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Psychische Krankheit und Gewalt
Psychische Krankheit und das Erleben einerseits und Ausleben
andererseits von Gewalt sind miteinander verbunden. Aus der
Forschung ist bekannt, dass frühe Traumatisierung beispielsweise
zu gehäuftem Vorkommen von selbstschädigendem oder
selbstverletzendem Verhalten im Erwachsenenalter führt
und das Potential für Gewalt gegenüber anderen erhöht.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer psychiatrischen Klinik
sind in ihrem Alltag überdurchschnittlich häufig
mit Gewaltphänomenen konfrontiert, die auch als Bedrohung
der eigenen Person erlebt werden können.
Umgang mit Gewalt
Eine wesentliche Aufgabe, die bislang in Weiter- und Fortbildung
völlig vernachlässigt wird, ist das Erlernen eines
gekonnten Umgangs mit Aggressivität. Beim therapeutischen
Personal einer psychiatrischen Klinik können Gewalterfahrungen
sehr negative Affekte hervorrufen, die indes meist unbearbeitet
bleiben und die therapeutische Beziehung zum Patienten stören
können. Um ein erfolgreiches Schulungsprogramm zum Umgang
mit der Gewalt zu entwickeln, muss zunächst die affektive
und interaktionale Reaktion auf Gewalt beim therapeutischen
Personal an der Klinik erfasst und die subjektiven Belastungen
erhoben werden. Erst dann kann ein Schulungsprogramm entwickelt
werden. Zu prüfen ist dabei, wie weit ein solches Schulungsprogramm
sein Ziel, nämlich eine veränderte Einstellung zur
Gewalt, tatsächlich erreicht.
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