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Sozialisationsinstanzen Schule und
Familie
Schule und Familie gelten als zwei der wichtigsten Sozialisationsinstanzen
im Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen. Welcher
Einfluss ihnen de facto bei der Gewaltentwicklung von Heranwachsenden
zukommt, konnte seit den späten Siebzigerjahren durch verschiedene
Untersuchungen empirisch erhellt werden (siehe hierzu die
aktuellsten Ergebnisse in Tillmann 1995; Holtappels und Meier
1997; Holtappels 1999; Tillmann 1999).
Qualität von Netzwerken und Gewaltbereitschaft
Im Rahmen des geplanten Forschungsprojekts soll untersucht
werden, inwieweit die Qualität von sozialen Netzwerken (Nachbarschaft),
familiären Prozessen und des Schulklimas Einfluss auf die
Gewaltbereitschaft von Heranwachsenden hat und wie das Zusammenspiel
zwischen diesen sozialen Systemen in Bezug auf ihre Integrationsleistung
verbessert werden kann. Hierfür soll von einem sozioökologischen
Ansatz ausgegangen werden, der auf der Annahme basiert, dass
individuelles Verhalten nur im kontextuellen Zusammenhang
angemessen verstanden werden kann.
Bewältigungsverhalten
Neuere Studien aus den USA (Sampson und Laub 1994; Loeber
und Stouthamer-Loeber 1998) wie auch eigene Studien (Kassis
1998; Kassis 2000; Kassis und Schmidlin 2000; Kassis und Schmidlin
2000) haben gezeigt, dass die Ursachen von Jugendgewalt nicht
alleine in den soziostrukturellen Gegebenheiten, in denen
die Jugendlichen heranwachsen, zu sehen sind, sondern auch
stark vom Bewältigungsverhalten der Individuen abhängen. Dieses
kann seinerseits wieder als das Ergebnis eines Interaktionsprozesses
des sich entwickelnden Individuums mit dem sozialen Kontext
(wie z.B. Familie, Nachbarschaft oder Schule) betrachtet werden.
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