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Jugendgewalt in der öffentlichen
Diskussion
Das angeblich neue Phänomen Jugendgewalt ist in den letzten
Jahren immer stärker ins Blickfeld der öffentlichen und wissenschaftlichen
Diskussion gerückt. Fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalt
und Gewalt im Schulumfeld wurden als neue Gewaltphänomene
erkannt, die verstärkt von Kindern, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen ausgehen. Unbestreitbar ist die Tatsache, dass
es seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts unter den Heranwachsenden
eine wachsende Randgruppe gibt, die - was den Grad und das
Ausmass der von ihr ausgeübten Gewaltakte betrifft - alles
andere als marginalisiert werden darf.
Jugendgewalt vs. Monopol der Staatsgewalt
Die Verletzung einer grundlegenden, die modernen Gesellschaften
charakterisierenden Norm, des Verzichts auf private Gewalt
zugunsten ihrer Monopolisierung durch den Staat, indiziert
ein ernst zu nehmendes zivilisatorisches Defizit der jeweiligen
sozialen Gruppen. Und man kann sich fragen: Wodurch charakterisieren
sich sozialen Gruppen, die diese grundlegende Norm moderner,
zivilisierter Gesellschaften verletzen? Unter welchen Bedingungen
bilden sich solche Gruppen heraus? Stehen diese Bedingungen
in einem Zusammenhang mit dem gesamtgesellschaftlichen, durch
zunehmende Individualisierung, Pluralisierung und Globalisierung
geprägten Wandel?
Interdisziplinärer Zugang
Diese Fragen entziehen sich in ihrer Komplexität dem Zugriff
einer einzelnen Wissenschaftsdisziplin. Sie sollen darum im
Rahmen dieses Projekts von verschiedenen Disziplinen her angegangen
und gemeinsam, in interdisziplinärer Zusammenarbeit, untersucht
werden. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher der Universität
Basel erhoffen sich von diesem Projekt, die Erkenntnislücken
zu diesen wichtigen Forschungsfragen mindestens teilweise
zu schliessen und zugleich auf nationaler und internationaler
Ebene die interdisziplinär geführte Forschung voranzutreiben.
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