ERZIEHUNGS-
WISSENSCHAFT

ETHNOLOGIE

PSYCHIATRIE &
PSYCHOTHERAPIE

SOZIOLOGIE

STRAFRECHT

THEOLOGIE

Jugend und Gewalt im Zusammenhang mit sozioökologischen Strukturen
Interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Universität Basel

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ProjektleiterInnen:

Erziehungs-
wissenschaft:

Prof. Dr. Anton Hügli
PD Dr. Wassilis Kassis

Ethnologie:
Dr. Rebekka M.
Ehret König

Psychiatrie & Psychotherapie:
Prof. Dr. Joachim Küchenhoff

Soziologie:
Prof. Dr. Ueli Mäder
Matthias Drilling, M.A.

Strafrecht:
Lic. jur. Jonas Peter Weber

Theologie:
Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann

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AKTUELL

Jugendgewalt in der öffentlichen Diskussion
Das angeblich neue Phänomen Jugendgewalt ist in den letzten Jahren immer stärker ins Blickfeld der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion gerückt. Fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalt und Gewalt im Schulumfeld wurden als neue Gewaltphänomene erkannt, die verstärkt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgehen. Unbestreitbar ist die Tatsache, dass es seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts unter den Heranwachsenden eine wachsende Randgruppe gibt, die - was den Grad und das Ausmass der von ihr ausgeübten Gewaltakte betrifft - alles andere als marginalisiert werden darf.

Jugendgewalt vs. Monopol der Staatsgewalt
Die Verletzung einer grundlegenden, die modernen Gesellschaften charakterisierenden Norm, des Verzichts auf private Gewalt zugunsten ihrer Monopolisierung durch den Staat, indiziert ein ernst zu nehmendes zivilisatorisches Defizit der jeweiligen sozialen Gruppen. Und man kann sich fragen: Wodurch charakterisieren sich sozialen Gruppen, die diese grundlegende Norm moderner, zivilisierter Gesellschaften verletzen? Unter welchen Bedingungen bilden sich solche Gruppen heraus? Stehen diese Bedingungen in einem Zusammenhang mit dem gesamtgesellschaftlichen, durch zunehmende Individualisierung, Pluralisierung und Globalisierung geprägten Wandel?

Interdisziplinärer Zugang
Diese Fragen entziehen sich in ihrer Komplexität dem Zugriff einer einzelnen Wissenschaftsdisziplin. Sie sollen darum im Rahmen dieses Projekts von verschiedenen Disziplinen her angegangen und gemeinsam, in interdisziplinärer Zusammenarbeit, untersucht werden. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher der Universität Basel erhoffen sich von diesem Projekt, die Erkenntnislücken zu diesen wichtigen Forschungsfragen mindestens teilweise zu schliessen und zugleich auf nationaler und internationaler Ebene die interdisziplinär geführte Forschung voranzutreiben.