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Das Fach
Die Welt verändert sich, grundsätzlich immer und in zunehmender Geschwindigkeit: Von Globalisierung und Digitalisierung ist die Rede, von der Informations- und Wissensgesellschaft, vom Konflikt der Kulturen. Gewohnte Sicherheiten und selbstverständliche Regeln des Lebens geraten in Bewegung. Verunsicherungen entstehen, weil Bewährtes nicht mehr funktioniert und neue Orientierungen notwendig werden. Eben dieses Verhältnis von Tradition und Innovation, von Ordnung und Veränderung ist Thema der Kulturwissenschaft und Europäischen Ethnologie. KultuwissenschaftlerInnen untersuchen die „Kultur“ und meinen damit die Regeln, nach denen Menschen miteinander verkehren, sich untereinander verständigen und voneinander abgrenzen. Sie analysieren die Zusammenhänge zwischen dem Lokalen und dem Globalen, der Gegenwart und der Geschichte, dem Vertrauten und dem Fremden, dem Überlieferten und dem Neuen. KulturwissenschaftlerInnen interessiert, wie Menschen ihr Leben gestalten, welchem Sinn sie ihm geben, wie sie auf Veränderungen und Herausforderungen des Alltags reagieren. Wie leben Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen Vorstellungen in Migrationsgesellschaften zusammen? Welche Beziehungen und Konflikte bestehen zwischen den Geschlechtern, Generationen und sozialen Schichten? Was unterscheidet das Leben in der Großstadt von dem in einem Dorf? Was sagen die kleinen Dinge des Alltags, z.B. Ernährungsgewohnheiten und Kleidungsstile, Freizeitaktivitäten und Medienkonsum, über Gesellschaften aus?
Das Fach wird an anderen Universitäten auch als Volkskunde, Kulturanthropologie oder Empirische Kulturwissenschaft bezeichnet
(vgl. die Institutsliste der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde).
Das Fach in Basel
Was die Basler Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie im Vergleich mit anderen Studiengängen mit ähnlichem Hintergrund auszeichnet, ist das systematische Methoden- und Theorietraining. Es erfolgt in vier wichtigen Feldern kultureller Praxis: in den Bereichen Wort, Schrift, Sache und Bild. Die Struktur des Studiengangs spiegelt diese Schwerpunktsetzung wider: Nach dem Grundstudium absolvieren die Studierenden vier Module, die je einem dieser zentralen Bereiche gewidmet ist: Die Analyse mündlicher und schriftlicher Kulturpraxen, die fest in unserem Fach verankert ist, wird in je einem Modul vermittelt. Inhaltlich geht es hier vor allem um Probleme der gesellschaftlichen Integration und Ausgrenzung, etwa um Fragen der Migration, der Transkulturalität und der interkulturellen Kommunikation. Dazu kommen zwei weitere Module: “Visuelle Kultur” und “Materielle Kultur”. Die Bedeutung von Bildern in unserer Gesellschaft verlangt eine hohe Kompetenz in der Analyse visueller Daten. Und die elementare Funktion der Objekte in der Identitätsbildung von Individuen, Gruppen und Gesellschaften sowie die Rolle des Konsums in unserer Wohlstandsgesellschaft erfordern die Fähigkeit, die Dinge des Lebens und ihre Bedeutung zu untersuchen. Das fünfte Modul “Kulturtheorien” schliesslich gewährleistet, dass die Studierenden ihre Beobachtungen in komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge einordnen und so ihr Wissen abstrahieren und systematisieren lernen. Ergänzend und vertiefend werden Exkursionen und Praktika angeboten.
Weiter lesen: Einführung ins Studium
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