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Silke Andris


Die Kulturanthropologin und Filmemacherin Dr. Silke Andris begann ihr Studium der Kulturanthropologie und Anglistik an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main. Im Rahmen des zweijährigen Projektstudium „Jugendkulturen“ forschte sie zu Fragen der Identität und Raumaneignung durch (visuelle) Praktiken des Sprayens in Frankfurt und London (Andris 1999, 2000). In ihrem Auslandsjahr am Anthropology Department des University College in London konzentrierte sie sich auf Themen der materiellen und visuellen Kulturen. Ihr Interesse am ethnografischen Film, an Fotografie und Performance führte zu einen Masterabschluss in Visueller Anthropologie am Goldsmiths College London. In ihrem Abschlussfilm „Aerosoul Writing“ (2001) vertiefte sie das Thema Graffiti Writing weiter und stellte es in einem anderen Medium dar.

Für ihre Doktorarbeit „Essential Challenges: The (Re-)Making of the Body in Women’s Boxing“ (2006) am Centre for Cross Cultural Research der Australian National University setzte sie sich intensiv mit dem Thema Frauen, (Kampf-) Sport und Köpertheorien auseinander und verknüpfte in ihrer Abschlussarbeit Elemente des ethnografischen Films und schriftlichen Texts. Ihre multi-mediale und interdisziplinäre Arbeitsweise wurde durch zwei Stipendien, das Australian National University PhD Scholarship und das Australian National University Tuition Fee Scholarship, unterstützt.

Das Interesse an der Visuellen Anthropologie und Fragen der Intertextualität und Intermedialität setzt sich auch in ihren aktuellen Arbeiten fort, in denen immer wieder die Möglichkeiten und Grenzen eines Zusammenspiels von Bildern (z.B. Fotografien, Film, Malerei, etc.) und schriftlicher Ethnographie bzw. Texten neu ausgelotet werden. Darüber hinaus hat sie mehrere Konferenzen zu unterschiedlichen Themen der Visuellen Anthropologie (mit-) organisiert. Zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde (SGV), deren Mitglied sie ist und deren Redaktionsteam sie unterstützt, organisiert sie in Kooperation mit Science et Cité Cinema eine alljährliche Konferenz zum Dokumentarfilm mit anschliessendem studentischem Filmfestival. Sie ist ausserdem Mitglied der Kommission für audio-visuelle Medien der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft (SEG).

Silke Andris arbeitet seit 2008 am Basler Seminar für Kulturwissenschaft – erst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, dann als projektbezogene Mitarbeiterin. Zu ihren Aufgaben am Seminar gehören die Lehre; die Betreuung von schriftlichen und filmischen Proseminar-, Seminar-, Lizentiats- und Masterarbeiten im Seminar für Kulturwissenschaft und im Masterprogramm Kulturmanagement der Universität Basel; Abnahme von Bachelor Prüfungen in der Kulturanthropologie und den Gesellschaftswissenschaften; Mitarbeit und Leitung von Forschungsprojekten; Konzeption und Ausarbeitung von Drittmittelanträgen; und die Organisation und Leitung von Graduiertenworkshops als auch Film Schools.

Seit 2010 arbeitet Silke Andris an ihrer Habilitation über immaterielles Kulturerbe und globale Kulturpraktiken im Rahmen des vom SNF finanzierten Sinergia Projektes „Intangible Cultural Heritage: The Midas Touch?“. In ihrer Habilitation untersucht sie die aktuellen Diskurse der Evaluation und Inwertsetzung performativer Kultur als immaterielles UNESCO-Kulturerbe bzw. lebendige Traditionen der Schweiz. Hierbei stehen besonders die komplexen lokalen und globalen Prozesse der In- und Exklusion durch die Konstituierung und Begrenzung des immateriellen Kulturerbes auf einen definierten Raum und eine feste Gruppe bzw. Autor im Mittelpunkt. Im Sinne der „Critical Heritage Studies“ setzt die Kulturanthropologin diesen dominanten Sichtweisen eine umfassende Betrachtung von Sampling Praktiken des HipHop (Breakdance, DJ-ing, Rap und Graffiti) als lebendige Traditionen entgegen, um eine zeitgemässe Beschreibung moderner Kulturpraktiken und Traditionen zu unterstützen.

Arbeitsschwerpunkte

Kulturwissenschaftliche Forschung (Methoden, Analyse und Repräsentationsformate),
Visuelle Anthropologie,
Materielle und Immaterielle Kulturen,
Kulturerbe,
Raumforschung,
Performance Studies,
Sport, Gender und Körper

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