Projekt: Das Sprechen über Kultur in der deutschsprachigen Volkskunde/Europäischen Ethnologie. Ein diskursanalytisches Projekt
Abstract
Das Forschungsprojekt „Kultur Konstruktionen. Diskursive Sinnproduktion in der Wissenschaft am Beispiel der Volkskunde/
Europäischen Ethnologie“ widmet sich der Frage, wie in dem gesellschaftlichen Spezial-
bereich der Wissenschaft Wissen hervorgebracht und mit Relevanz ausgestattet wird. In exemplarischer Vorgehensweise und der Fokussierung auf ein disziplinäres Feld wird die fachliche Diskursivierung anhand des Kulturbegriffs analytisch rekonstruiert. Der mikroanalytische Nachvollzug des Diskurses zeigt, dass im volkskundlichen Sprechen über „Kultur“ wesentlich mehr enthalten ist als (nur) eine fachinterne Spezialdiskussion. Über die Nahsicht auf das Fach hinausgehend wird die Volkskunde erkennbar als ein Beispiel für die spätmoderne Gesellschaftssituation, in der sich im deutschsprachigen Europa spezifisches Wissen herausbildet. Dieses Wissen steht im Zusammenhang der modernen gesellschaftlichen Verfassung, die sich in konkurrierender Konstitution ganz unterschied-
licher gesellschaftlicher Institutionen über ihre eigene Ordnung informiert, verständigt und vergewissert. Das von den Sozial- und Geisteswissenschaften am Ende des 20. Jh.´s hergestellte Wissen ist dementsprechend weniger ein basales Abbild der zeitgenössischen Wirklichkeit als vielmehr ein Spiegel der gesellschaftlichen Selbstverortungsversuche in ihrer dynamischen Konkurrenz um die soziale Neuordnung.
Zum Eintrag in der Forschungsdatenbank der Uni Basel
Publikation: »Kultur«-Konstruktionen
Die gegenwärtige Gesellschaft im Spiegel volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Wissens
Andere Projekte:
Integration und Ausschluss im Kontext von Raumstruktur, Raumwahrnehmung und Raumnutzung
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