Begabungsförderung
Die Module „Lernstörungen“ und „Begabungsförderung“ sind die Endpunkte eines Kontinuums von Lernleistungen. Während das Modul „Lernstörungen“ diejenigen SchülerInnen thematisiert, welche spezielle Unterstützung in ihren Lernprozessen brauchen, geht das Modul „Begabungsförderung“ auf das andere Extrem ein: unterforderte SchülerInnen, welche teilweise ähnliche Symptome entwickeln wie überforderte Kinder.
In den letzten Jahren ist die Erkenntnis gewachsen, dass die Schule nicht nur die Aufgabe hat, SchülerInnen mit Lernschwächen zu unterstützen, sondern dass sie ebenfalls die besonders begabten Kinder speziell fördern muss. Lange Zeit wurde dieser Bereich vernachlässigt, begabte Kinder entwickelten aus Langeweile Symptome wie Lustlosigkeit und Anstrengungsvermeidung, soziale und emotionale Probleme wie Gefühle von Isolierung und Aggressionen. Ein erschreckend grosser Teil Hochbegabter wird nicht gefördert und kann aufgrund fehlenden Verständnisses von Eltern und Lehrerschaft sein Begabungspotential nicht entfalten.
Hochbegabung ist kein eindimensionales Konstrukt, sondern in sich heterogen. Hochbegabung kann sich auf ganz unterschiedlichen Gebieten zeigen: ein Kind kann herausragen in seinen intellektuellen Fähigkeiten, z.B. im sprachlichen Bereich, in logisch-mathematischen Aufgaben oder bei der räumlichen Vorstellungskraft. Es kann aber auch in nicht-intellektuellen Bereichen aussergewöhnliche Fähigkeiten haben. Es kann ausserordentlich kreativ sein, künstlerisch besonders begabt, es kann bemerkenswerte musikalische Fähigkeiten haben, seinen Körper herausragend beherrschen oder hervorragende Führungsqualitäten zeigen.
Die Schule steht vor der Herausforderung, die heterogenen Fähigkeiten von Hochbegabten wahrzunehmen und individuell zu fördern und ihre ebenso unterschiedlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen.