Öffentliche Abendvorträge
 
Im Winter organisieren die Basler Botanischen Gesellschaft und das Botanische Institut der Universität Basel gemeinsam öffentliche Vorträge, die unter dem Namen «Botanisches Abendkolloquium» angezeigt werden.

Die öffentlichen Vorträge finden jeweils am Freitag um 18.15 Uhr im Hörsaal des Botanischen Instituts der Universität Basel an der Schönbeinstrasse 6, 4056 Basel, statt (erreichbar per Tram 3, Bus 30 oder 33). Freier Eintritt. Vorträge in Deutsch und in allgemein verständlicher Sprache.
 
Öffentliche Abendvortragsprogramme 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2010/2011 2011/2012   2012/2013

Botanische Abendkolloquien

Programm für das Winterhalbjahr 2009/2010

Abendkolloquien WS 2009/2010, pdf-Dokument 124 kB


16. Oktober 2009 Dr. Boris O. Schlumpberger, Departement Biologie I, Ludwig-Maximilians-Universität München.
«Auf den Spuren von Blüte-Bestäuber-Interaktionen bei andinen Kakteen Argentiniens und Boliviens»

Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von rund 7500 km durchziehen die Anden fast alle Klimazonen Südamerikas und sind Lebensraum einer bemerkenswerten Vielfalt an Pflanzen. Die ostandinen Regionen Nordargentiniens und Boliviens sind ein Diversitätszentrum für Kakteen, die hier unterschiedlichste Anpassungen hervorbrachten. Der Fokus meiner Arbeit sind Radiationen in der Gattung Echinopsis, speziell zur Ökologie und Evolution von Blüte-Bestäuber-Beziehungen. Ich werde Studien über Blüten und ihre Bestäuber, Blütenduft und deren Evolution präsentieren, zusammen mit Bildern von meiner mehr als 12-monatigen Arbeit in Argentinien und Bolivien. Dabei werden die Vegetationszonen vom Chaco-Wald in den Tieflagen bis zur Puna in den Hochanden virtuell durchwandert und vorgestellt.

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30. Oktober 2009

Dr. Niklaus E. Zimmermann, Leiter Forschungseinheit Land Use Dynamics, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), ETH Zürich
«Wandern oder Aussterben? Mögliche Anpassungen von Pflanzen an den globalen Klimawandel»

Die europäische Landschaft ist im Begriff, sich in den nächsten 100 Jahren stark zu verändern. Einerseits wandelt sich das Klima ziemlich schnell, und andererseits verändert der Mensch die Landschaft stark durch Intensivierung oder Aufgabe von Nutzung. In meinem Vortrag fasse ich zusammen, wie die Pflanzenwelt auf diese Veränderungen reagieren könnte. Ich verwende dazu verschiedene Modelle und zeige Resultate von Modell-Szenarien. Ich versuche, die Frage zu beantworten, ob die erwarteten Veränderungen bereits begonnen haben und sichtbar sind. Am Schluss versuche ich, die unterschiedlichen Resultate zu interpretieren und die Titelfrage zu beantworten.

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13. November 2009

Prof. Dr. Isabell Hensen, Geobotanisches Institut und Botanischer Garten, Martin-Luther-Universität Halle, Deutschland
«Hochandine Polylepis-Wälder: Klima, Mensch und Regeneration»

Die tropisch-andine Gattung Polylepis (Rosaceae) wächst in den südamerikanischen Anden bis in eine Höhe von 5200 m ü. M. und bildet die am höchsten steigenden Gehölze der Welt. Obgleich die Wälder hohe Biodiversität beherbergen und wichtige ökosystemare Funktionen haben, gehören sie zu den bedrohtesten Waldökosystemen der Erde und sind stark fragmentiert. Erwartet wird, dass die gegenwärtige Klimaerwärmung zu einem Anstieg der Waldgrenzen führt. Der Vortrag beschäftigt sich daher mit der Auswirkung von Gradienten des Klimas (zunehmende Meereshöhe) und der Landnutzung (Beweidungsintensität, Fragmentierung) auf die Fortpflanzung verschiedener Polylepis-Arten in Ecuador und Argentinien.

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27. November 2009

Dies Academicus

4. Dezember 2009

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Erwin Beck, Lehrstuhl Pflanzenphysiologie, Universität Bayreuth, Deutschland
«Ökologische Aspekte eines Biodiversitäts-Hotspots in den tropischen Anden»

Anhand eines Vergleichs des ursprünglichen Tropischen Bergregenwalds mit den vom Mensch geschaffenen Ersatzhabitaten Weiden, ehemaligen Weiden und Aufforstungen mit Exoten wird die Ökologie eines Biodiversitäts-Hotspots in der östlichen Andenkette dargestellt. Wegen der nährstoffarmen Böden des ungestörten Bergregenwalds gibt es keine dominierenden  «Keystone-Arten», sondern ausgewogene Konkurrenzsituationen, deren Dynamik durch die ungewöhnlich hohe Frequenz von Bergrutschen noch gesteigert wird. Der Grund für den extremen Artenreichtum liegt in der wechselvollen Landschaftsgeschichte und in der hohen Dynamik. Die Waldgrenze wird durch starke Ostwinde bestimmt, die in den Hochlagen nur Strauch-Paramo, aber keine Wälder aufkommen lassen.

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18. Dezember 2009

Prof. Dr. Markus Fischer, Institut für Pflanzenwissenschaften, Universität Bern
«Funktionelle Bedeutung der Biodiversität – was versteht man darunter, wie beweist man sie, und wie wichtig ist sie?»

Anschliessend an den Vortrag Weihnachtsapéro im Foyer des Tropenhauses

Neben den ethischen, ästhetischen  und kulturellen Werten hoher biologischer Vielfalt tritt zunehmend auch ihre  bisher vernachlässigte Bedeutung für das Funktionieren von Lebensgemeinschaften in den Blickpunkt. Eine solche Bedeutung ist auch für Gesellschaft und Politik höchst relevant, sind wir doch von vielen durch Ökosysteme erbrachten Dienstleistungen abhängig. Der Vortrag zeigt auf, was man unter funktioneller Bedeutung der Biodiversität versteht, veranschaulicht experimentelle und vergleichende Forschungsergebnisse und stellt darauf aufbauend Standpunkte der derzeit kontrovers geführten Diskussion um die allgemeine Bedeutung der funktionellen Wirkung hoher biologischer Vielfalt vor.

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15. Januar 2010

Prof. Dr. Thomas Speck, Botanik: Funktionelle Morphologie und Bionik, Universität Freiburg, Deutschland
«Bionik: von Pflanzen lernen für die Technik»

Pflanzen habe sich seit langem als hervorragende Ideengeber für bionische Produkte bewährt. Dies wird an einigen historischen Beispielen erläutert, wie dem Londoner Kristallpalast von 1891, dessen Dachstruktur von Blättern der Riesenseerose inspiriert war. Auch für einige der erfolgreichsten aktuellen bionischen Produkte, wie Klettverschluss und Lotus-Effekt®, fungierten Pflanzen als Ideengeber. An diesen und weiteren Beispielen wird die Vorgehensweise bei bionischen Projekten vorgestellt. Für viele bionische Entwicklungen, wie z.B. optimierte Faserverbunde und selbstreparierende Materialien, war die große Vielfalt pflanzlicher Strukturen als Ideengeber von essentieller Bedeutung.

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22. Januar 2010

Prof. Dr. Peter Poschlod, Botanisches Institut, Universität Regensburg, Deutschland
«Flora und Vegetation Südwestaustraliens – Artenvielfalt zwischen Stromatolithen und Eukalyptuswäldern»

Südwestaustralien ist einer der Biodiversität-Hotspots der Erde. Er zeichnet sich aber nicht nur durch eine hohe Artenvielfalt (z.B. bei den Myrtaceae, Proteaceae und Orchidaceae), sondern auch durch eine Vegetationsvielfalt aus, die sich von Eukalyptuswäldern bis hin zu
«Heideformationen» erstreckt. Die Stromatolithenfelder an der Küste oder an Binnenseen zeugen vom Alter der Landschaft, die sich in einer extremen Nährstoffarmut der Böden äussert und zu einer ungeheuren Vielfalt parasitischer und karnivorer Pflanzen führte. Daneben ist auch Feuer ein bedeutender ökologischer Faktor, der sich in den verschiedensten Formen der Anpassung äussert.

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5. Februar 2010

Adrian Möhl, UNA-Atelier für Naturschutz und Umweltfragen, Bern
«Einblick in die Welt der Proteaceen Südafrikas»

Kürzlich wurde im südlichen Afrika eine floristische Kartierung durchgeführt, wie sie weltweit wohl einzigartig ist. Mit über 400 MitarbeiterInnen wurde die Verbreitung der Arten der Familie der Proteaceen kartographisch erfasst. Von der Touristen-Destination  «Tafelberg» bis in die abgelegensten Gebiete der Halbwüsten im Herzen Südafrikas wurde nach  «Silberbäumen»,  «Zuckerbüschen» und  «Nadelkissen» gesucht. Dabei wurden die erstaunlichsten Pflanzen gefunden, und es ergaben sich bemerkenswerte Verbreitungsmuster. Der Vortrag stellt dieses Riesenprojekt, die Familie der Proteaceen und allem voran deren faszinierende Heimat vor.

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Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei. Gäste sind stets willkommen!
Nachsitzung jeweils im Restaurant If d’Or, Missionsstr. 20, Basel.

Prof. Dr. Jürg Stöcklin, Präsident


Basler Botanische Gesellschaft
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22.10.2002