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Rüdiger Wittig
Siedlungsvegetation – Pflanzen in Städten und Dörfern
Stuttgart 2002
Verlag Eugen Ulmer
252 S.
Farb- & s/w-Abb.,
Zeichnungen, Tabellen
Pappband
17,5 x 24,5 cm
ISBN 3-8001-3693-7
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In der neuen Buchreihe «Ökosysteme Mitteleuropas aus geo-botanischer Sicht» (Hrsg. R. Pott) hat Rüdiger Wittig einen Band über die Siedlungsvegetation veröffentlicht. Gibt es überhaupt eine spezifische Vegetation von Siedlungen, ländlichen und städtischen? Ordnen sich die zahlreichen Neophyten und Ephemerophyten, welche in Siedlungsräumen auftreten, in ein gesetzmässig wiederkehrendes Vegetationsgefüge, wie wir es aus der Natur- und der traditionellen Kulturlandschaft kennen? Die Lehrer von Prof. Rüdiger Wittig (geb. 1946) hätten diese Fragen wohl negativ beantwortet. Eine mehr als bloss kursorische, systematische Erforschung der Siedlungsvegetation begann erst in den 1970er Jahren. Rüdiger Wittig, heute Professor in Frankfurt a. M., gehörte gemeinsam mit Kunick und Bornkamm zu den Pionieren in diesem Arbeitsfeld. Heute ist er im deutschsprachigen Raum einer der besten Kenner des Themenfeldes.
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Wittig hatte erstmals 1991 in der Reihe UTB einen zusammenfassenden Reader mit dem Titel «Ökologie der Grosstadtflora – Flora und Vegetation der Städte des nordwestlichen Mitteleuropas» (261 S.) publiziert. Das neue, grosszügig mit Farbbildern ausgestattete Buch ist aber mehr als bloss eine 2. Auflage des UTB-Bandes. Es folgt dem UTB-Text in den Hauptkapiteln und der Gliederung zwar auf weite Strecken. Aber die Beschränkung auf Städte ist zugunsten einer Darstellung auch ländlicher Siedlungsräume aufgehoben, die Literatur aus ganz Europa ist eingearbeitet. Selbst wer den alten Band schon besitzt und sich für das Thema interessiert, sollte den neuen Band kaufen.
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In zehn Kapiteln behandelt Wittig alle erdenklichen standortsökologischen, arealgeographischen, pflanzensystematischen und geobotanischen Facetten des Themenkreises. Schwerpunkte bilden die Kapitel über die Herkunft, Entwicklung und Zusammensetzung der spontanen Siedlungsflora, mit Ergänzungen über angepflanzte Arten, und ein Kapitel über die spontane und subspontane Siedlungsvegetation. Die Mehrheit der siedlungstypischen Vegetationsstandorte hat zwar in der Natur keine Parallelen, ist also weitgehend anthropogen. Trotzdem ist es einer ganzen Generation von Geobotanikern in den letzten zwei Jahrzehnten gelungen, durchaus charakteristische Gesellschaften auszuscheiden. Diese Gesellschaften sind in Wittigs Buch alle umfassend und anschaulich beschrieben, wobei der Schwerpunkt (im Gegensatz etwa zur grundlegenden Darstellung in Teil 3 der Süddeutschen Pflanzengesellschaften von Erich Oberdorfer) nicht auf den Artenspektren, sondern auf der Standortsökologie und auf einer reichlichen Bebilderung der Einheiten liegt.
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| Wittig hat ein reichhaltiges, sorgfältig gestaltetes Buch über ein Thema vorgelegt, das auch in unserer stadtbaslerischen botanischen Gesellschaft immer wichtiger geworden ist.
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| | Rezension von Markus Ritter |
| | aus: Bauhinia 17 (2003), 84-85 |
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| | Basler Botanischen Gesellschaft Rezensionen | Bauhinia | Titelseite |
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