. Verbreitung, Ökologie und Gefährdung der Flachbärlappe in Niedersachsen und Bremen
Verbreitung, Ökologie und Gefährdung der Flachbärlappe in Niedersachsen und Bremen

Karsten Horn

Verbreitung, Ökologie und Gefährdung der Flachbärlappe in Niedersachsen und Bremen.

Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen 38

Niedersächsisches Landesamt für Ökologie,
31135 Hildesheim
1997. 352 S.

ISBN 3-922321-81-X
Bärlappe üben auf den Betrachter durch ihre altertümliche Erscheinungsform und teilweise ungeklärte Lebensweise eine seltsame Faszination aus. Sie sind letzte Zeugen der ersten Landpflanzen und heute in Europa noch durch eine Familie mit 4 Gattungen vertreten. Eine von ihnen, die Gattung Diphasiastrum, ist Gegenstand der oben genannten Arbeit. Sie befasst sich mit der Biologie, Ökologie und Systematik dieser vom Aussterben bedrohten Gattung und diskutiert Möglichkeiten zu deren Erhaltung und längerfristigem Schutz.
Um die historische und aktuelle Verbreitung der taxonomisch schwierigen Sippe in Niedersachsen und Bremen feststellen zu können, wurde zuerst deren Systematik geklärt. Mit isoenzym- gelelektrophoretischen Untersuchungen konnten den drei gut unterscheidbaren Ausgangsarten D. alpinum (L.) Holub D. complanatum (L.) Holub und D. tristachyum (Pursh) Holub drei Zwischenformen zugeordnet werden, D. issleri (Rouy) Holub (D. alpinumcomplanatum), D. zeilleri (Rouy) Holub (D. complanatum tristachyum) und das neu erkannte D. oellgardii Stoor et al. (D. alpinumtristachyum).
Mit Karten und Text wird die historische und aktuelle Verbreitung der Arten im Untersuchungsgebiet gegeben und deren pflanzensoziologischer Anschluss diskutiert. Angaben zur Standortsökologie und Populationsbiologie werden gemacht und in ausführlichen Tabellen und Graphiken dokumentiert. Sie bilden die Grundlage für die geplanten Artenschutzprogramme zur Erhaltung der Flachbärlappe. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass die Veränderung der Landschaft durch Aufgabe der extensiven Nutzungsformen in der Landwirtschaft (Plaggennutzung, Heidebrennen, Mahd, Schafbeweidung) und die allgegenwärtige Eutrophierung die hauptsächlichen Gefährdungsfaktoren dieser konkurrenzschwachen Pflanzen sind.
Obschon die Arbeit den Norddeutschen Raum betrifft, ist sie ein exemplarisches Beispiel dafür, wie auch bei uns in der Schweiz griffige Artenschutzprogramme angegangen werden müssten, soll dem raschen Artenschwund Einhalt geboten werden. Zuständigen Behörden und Naturschützern sei die Arbeit zur Lektüre wärmstens empfohlen!
 Rezension von Christian J. Heitz
 aus: Bauhinia 13 (1999), 91-92
 

Basler Botanischen Gesellschaft
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22.10.2002