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Thomas Brodtbeck
Michael Zemp
Martin Frei
Ulrich Kienzle
Daniel Knecht
Flora von Basel und
Umgebung 1980-1996.
Teile I und II.
Hrsg: Naturforschende Gesellschaft
Baselland und Naturforschende
Gesellschaft in Basel
1999.
Ca. 550 und 500 Seiten.
ISBN 3-85792-155-2
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Die neue «Flora von Basel und Umgebung» wurde von der «Arbeitsgemeinschaft Vegetationskunde Basel» erarbeitet und umfasst neben der Stadt Basel die umliegenden Gebiete von Baselland, vom Elsass, vom Südschwarzwald und von der Oberrheinebene, insgesamt 795 km2, was etwa einer Fläche von 15 km Radius um die Mitte der Stadt Basel herum entspricht. Der tiefste Punkt des Gebietes liegt bei 217 m, der höchste bei 807 m auf dem Blauen. Das Gebiet umfasst also kolline und untere montane Stufe, wobei die einzelnen Landschaftsteile recht vielfältige klimatische und edaphische Besonderheiten aufweisen. Die einleitenden Kapitel belegen fast 150 Seiten und behandeln die Naturwerte des Untersuchungsgebietes und der einzelnen Landschaften, den Landschaftswandel 1950–1990, die Veränderungen im Pflanzenkleid, eine Übersicht über die pflanzensoziologischen Einheiten und die behandelten Familien sowie eine Einführung zu den Artbeschreibungen und den Verbreitungskarten. Der Text ist durchsetzt mit zahlreichen farbigen Landschafts- und Vegetationsbildern. Mit dieser inhaltsreichen und instruktiven Einführung erhält der Leser einen ausgezeichneten Einblick in den Rahmen der «Flora» und wird zu eigenen Erkundungsreisen angeregt und sorgfältig vorbereitet. Der Hauptteil besteht aus Angaben über Standort, pflanzensoziologische Stellung, Verbreitung und Gefährdung der einzelnen im Gebiet vorkommenden Sippen. Jeder Art ist eine Punktkarte für die Verbreitung beigegeben, wobei zwischen spontanen, subspontanen, adventiven, angepflanzten und kultivierten Vorkommen und zwischen 1, 2–4 und mehr als 5 Nachweisen pro Kartierfläche unterschieden wird. Auf die Morphologie und Taxonomie der Sippen wird nicht eingegangen. Zwar sind einige Arten mit grossenteils instruktiven Farbfotos abgebildet, aber die Auswahl ist doch eher etwas zufällig. Zur Artbestimmung braucht der Leser eine der vorliegenden Schweizer Floren oder die neue achtbändige Flora von Baden-Württemberg. Dies umso mehr, als z. T. auch sehr kritische Formenkreise mit zahlreichen Kleinarten in die Flora aufgenommen wurden, so etwa Rosa mit 22 Arten und zusätzlichen 34 Varietäten, Oenothera mit 13 Arten, Rubus fruticosus aggr. mit 23 Arten, Ranunculus auricomus aggr. mit 15 Arten, Amaranthus hybridus aggr. mit 8 Arten und Polygonum aviculare aggr. mit 5 Arten. Die Bestimmung der meisten dieser Gruppen verlangt die eingehende Auseinandersetzung mit Spezialliteratur, auf die im Text hingewiesen wird. Wie wichtig gerade heute Lokal- und Regionalfloren sind, zeigt die vorliegende «Flora» deutlich. Sie ist ein ausgezeichnetes Dokument des gegenwärtigen Naturzustandes der Region und bildet nicht nur die Grundlage für die Kontrolle zukünftiger Entwicklungen, sondern gestattet auch einen Vergleich mit früheren Zeiten. Die Flora ist in Basel durch Herbarbelege und «Floren» wie in keiner anderen Schweizer Stadt ausgezeichnet belegt, und eine Aufarbeitung und Auswertung dieser Daten ist offenbar später vorgesehen und wird mit Spannung erwartet. Schliesslich ermöglicht die «Flora» auch Ähnlichkeiten und Unterschiede zu weiteren mitteleuropäischen Stadtgebieten festzustellen, wo bereits detaillierte «Floren» vorliegen. Ein Vergleich etwa mit Zürich zeigt, dass zwar der gemeinsame Grundstock der Arten gegenüber früheren Zeiten zugenommen hat, dass aber die klimatischen und geographischen Besonderheiten von Basel sich im Vorhandensein bzw. häufigeren Auftreten von vielen wärmebedürftigen Arten äussert. Umgekehrt gibt es auch Arten wie Cardamine impatiens, Cardamine flexuosa, Hypericum desetangsii, Aruncus dioecus, Fragaria moschata, Vicia dumetorum oder Cornus alba aggr., die in Zürich deutlich häufiger sind und wohl vor allem die höhere Luft- und Bodenfeuchtigkeit dieser Stadt widerspiegeln. |
| Dass es heute noch möglich ist, eine Gruppe von begeisterten Naturfreunden, Fachleuten und Liebhabern der Pflanzenwelt zusammenzubringen, die in mühsamer, disziplinierter, unbezahlter Arbeit Daten und Material sammelt und verarbeitet, sich in die kritischen Arten einschafft und schliesslich ein geschlossenes vielseitiges und informatives Werk hervorbringt, ist ausserordentlich erfreulich. Den Autoren, die während 16 Jahren hier intensiv mitgearbeitet haben, können wir dafür nur herzlich danken. |
| Das Buch ist allen Botanikern und Pflanzenliebhabern im Grossraum Basel ein willkomenes Geschenk und wird hoffentlich viele Naturfreunde für die reichhaltige Flora ihrer Umgebung begeistern und zu kurzweiligen Exkursionen und überraschenden Entdeckungen anregen. Es ist zu hoffen, dass seine Ausstrahlung soweit reicht, dass die Bestrebungen zur Erhaltung der vielfältigen Landschaft und der hohen Biodiversität verstärkt und die Bevölkerung für die Schönheiten ihrer Umgebung sensibilisiert werden. |
| | Rezension von Elias Landolt |
| | aus: Bauhinia 13 (1999),88-89 |
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| | Basler Botanischen Gesellschaft Rezensionen | Bauhinia | Titelseite |
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