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Helmut Genaust
Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen
3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage.
Birkhäuser, Basel 1996. 728 S.
ISBN 3-7643-2390-6 |
In seiner 3. Auflage erscheint das erstmals 1976 erschienene Etymologische Wörterbuch der Pflanzennamen in wesentlich erweiterter Form mit fast doppeltem Umfang. In der Einleitung folgt einer kurzen Bemerkung über die Etymologie der Pflanzennamen eine mehrseitige Geschichte der botanischen Pflanzennamen, worin die wichtigsten Regeln der Namensgebung und deren Entstehungsgeschichte nachgezeichnet werden. An verschiedenen Beispielen wird die damit verbundene Problematik aufgezeigt, die mitunter amüsant zu lesen ist. So etwa die Feststellung, dass die ursprüngliche Bedeutung des so geläufigen Namens Syringa nicht «Hirtenflöte», sondern «Klistierspritze» bedeutet. Anmerkungen zur sprachlichen Typologie der Taxa, ihrer Aussprache und Bedeutung sowie eine kurze Bemerkung zu den deutschen Pflanzennamen runden die Einleitung ab. Auf den 12 folgenden Seiten werden Abkürzungen und Zeichen erläutert. Hier wurde leider eine Aufteilung in verschiedene Verzeichnisse vorgenommen, was dem interessierten Laien das Nachschlagen unnötig erschwert.
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Der 670 Seiten umfassende Hauptteil des Buches gibt Aufschluss über Herkunft, Geschichte und Deutung der wissenschaftlichen Pflanzennamen und umfasst neben Farnen und Blütenpflanzen auch Bakterien, Algen, Pilze, Moose und Flechten. Der Autor versteht es, die Erklärung der botanischen Pflanzennamen mit dem aktuellen Stand der etymologischen Forschung in der indogermanischen Sprache zu vereinbaren und ist bestrebt, die Etymologien auch hinsichtlich ihrer Semantik kritisch zu prüfen und gleichzeitig den botanischen Aspekten der Etyma gerecht zu werden. Durch diese breit abgestützten Nachforschungen gelingen Neudeutungen von Pflanzennamen etwa für Anemone, Aquilegia und Atropa oder wird die Komplexität der Deutungsmöglichkeiten sichtbar wie etwa bei Armoracia. Fesselnd sind auch Erklärungen, welche die Herkunft der deutschen Namen nachzeichnen, wie etwa jene bei Arnika, wo der erstaunte Leser vernimmt, dass «Wohlverleih» sich aus dem althochdeutschen «wolvesgelegena» entwickelt hat.
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Die zu den einzelnen Namen gegebenen Deutungen sind mit grosser Sorgfalt recherchiert. Bleiben Fragen offen, regen sorgfältige Deutungsversuche des Autors den Leser zur weiteren Beschäftigung mit diesen an, was die zahlreichen Literaturhinweise erleichtern. Sie erlauben es ihm, sich mit den einzelnen Interpretationen selber zu befassen und sie zu überprüfen.
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Das Buch ist eine einzigartige Fundgrube für all jene, welche ein Interesse an der Geschichte der Zivilisation und deren Zusammenhängen mit den vom Menschen seit jeher genutzten Pflanzen haben. Es leistet damit einen äusserst wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Kultur, weswegen ihm eine weite Verbreitung zu wünschen ist.
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| | Rezension von Christian J. Heitz |
| | aus: Bauhinia 11 (1996), 314 |
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| | Basler Botanischen Gesellschaft Rezensionen | Bauhinia | Titelseite |
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