Herbarium der Basler Botanischen Gesellschaft (BASBG)







Pflanzensammlungen sind wissenschaftliches Grundlagenmaterial. Sie dienen der Erforschung der verwandtschaftlichen Zusammenhänge zwischen den Pflanzen (Systematik). Verschiedene biochemische oder genetische Untersuchungen können auch an getrockneten Pflanzen gemacht werden. Herbarien sind Vergleichswerkzeuge beim Pflanzenbestimmen und eine unerlässliche Grundlagen für die Beurteilung von Vegetationsveränderungen, sozusagen deren Geschichtsbücher.
Damit private Sammlungen nicht einfach verschwinden, hat die BBG gleich zu Beginn ihrer Existenz den Aufbau eines Gesellschaftsherbars an die Hand genommen und die Betreuung einem Vorstandsmitglied anvertraut. Durch Schenkungen, Vermächtnisse, Tausch und einzelne Käufe ist dieses Herbar, das international unter dem Kürzel BASBG bekannt ist, auf gegenwärtig über 300'000 Belegbogen angewachsen. Schwerpunkte der Sammlung sind Mitteleuropa und der gesamte Mittelmeerraum. Besonders reich vertreten ist die Flora der Türkei, wo die Belege von Dr. Arthur Huber-Morath und Max Nydegger den Hauptanteil bilden. Ausserordentlich gut belegt sind die Gattungen Verbascum (Scrophulariaceae) und Hieracium (Asteraceae), beide mit zahlreichen Typus-Exemplaren.
Die Entstehung einer solchen Sammlung wäre undenkbar ohne eine bedeutende Zahl freiwilliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesellschaftskreis, die regelmässig und mit Geschick die eingehenden Pflanzen auf Bogen kleben und systematisch richtig einordnen. Die Freiwilligen leisten diese leichte, sachlich interessante Arbeit an jeweils zwei Nachmittagen pro Woche unter der Leitung von Kurt Schaub. Die gemeinsame Tätigkeit und die angenehme Arbeitsatmosphäre wird von allen geschätzt. Machen Sie mit! Kontakt: K. Schaub T +41 61 461 00 80.
Das Herbar BASBG hat während seines Bestehens verschiedene Umzüge erdulden müssen und wurde dabei gelegentlich auch von Schadinsekten befallen, deren Beseitigung Kosten und Unannehmlichkeiten bereitete. Zuerst war es im alten Gärtnerhaus des Botanischen Gartens am Spalentor untergebracht, 1961 erfolgte der Umzug ins ehemalige Pächterhaus des Hofes Vorder-Brüglingen, 1969 ins alte Schulhaus Neue Welt, 1971 in den Luftschutzkeller des Gymnasiums Münchenstein und endlich 1987 in den Dachstock des Botanischen Institutes an der Schönbeinstrasse 6.

HerbarDigital: Die Basler Botanischen Gesellschaft hat sich vorgenommen, ihr gesamtes Herbarium zu digitalisieren, denn die digitale und internationale Verfügbarkeit von Herbarbelegen ist für die Erforschung der Biodiversität sehr wichtig geworden. Dank der finanziellen Unterstützung durch die «Stiftung zur Förderung der Pflanzenkenntnis» wurde es möglich, die Infrastruktur für eine Herbardigitalisation anzuschaffen. Damit können die einzelnen Herbarbelege fotografiert und die Daten mithilfe der Datenbanksoftware BRAHMS eingegeben werden. Die Typusbelege sind im Jahr 2012 bereits aufgenommen und auf einer Website mit Suchfunktion der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden. Die Digitalisierung wird nun mit einzelnen Gattungen fortgesetzt.

Nachdem im Jahr 1999 auch noch das Orchideenherbar Jany Renz ins Botanische Institut gelangte, sind nun folgende Herbarien, am gleichen Ort (wenn auch mit unterschiedlichen «Besitzern») vereinigt:
  Herbarium der Basler Botanischen Gesellschaft BASBG 300'000 Belege
 Herbarium des Botanisches Institut der Universität Basel BAS 250'000 Belege (inkl. Herbarium Caspar Bauhin, 2'500 Belege)
 Samensammlung des Botanisches Institut der Universität Basel BAS 65'000 Belege
 Herbarium Jany Renz    25'000 Belege
 
  

Herbarium der Basler Botanischen Gesellschaft

Typusbelege  Verzeichnis der Typus-Belege (erstellt von Thomas Brodtbeck)
Hieracium  Liste der Hieracium-Arten, ebenfalls verfügbar als PDF-File (92 KB),
Begleittext zur Hieracium-Sammlung (beides erstellt von Manfred Liersch)
HerbarDigital   Webseite mit digitalen Herbarbelegen (laufende Erarbeitung)
Kustos ad interim  Dr. Annekäthi Heitz
Herbar-Team  Helen Christ
Andreas Huber
Ursula Lichti
Dr. Manfred Liersch
Alice Monti
Katharina Müller
Lydia Mullis
Christine Schnabel
Kurt Schaub
 

Basler Botanischen Gesellschaft
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22.10.2002