Kakao-Baum
Theobroma cacao L. (Sterculiaceae)
Die Heimat des Kakao-Baums ist der tropische Regenwald im Becken des Amazonas und des Orinoko. Die nur 1 cm grossen Blüten entstehen büschelweise das ganze Jahr hindurch am Stamm oder an starken Seitenästen und entwickeln sich zu gurkenartigen 15-20 cm langen Früchten, die bis zu 50 grosse Samen (Bohnen) enthalten. Kakao als Rohprodukt für die Schokoladeherstellung wird aus den getrockneten und gerösteten Bohnen gewonnen.
Der Baum wurde bereits von den Indianern kultiviert. Die Azteken nannten den Kakao «cacahuatl» und bereiteten aus den zerstampften Kakaobohnen ein schäumendes Getränk oder vermischten sie mit Zimt, Honig und Vanille zu einer Paste, «Chocolatl» genannt. Kakaobohnen wurden auch als Zahlungsmittel verwendet. Der spanische Eroberer Cortez sandte Kakaobohnen an den Hof Karl V. von Spanien. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde das Kakaogetränk und die zuerst von Nonnen in Guanaco mit aus Kuba eingeführtem Zucker hergestellte Schokolade bekannter und in Europa verbreitet.
Die heute am weitesten verbreitete Form der Schokolade, die Milchschokolade, ist eine Schweizer Erfindung und schmeckt nirgends so gut wie hier. Heute wird Kakao nicht nur in Mittel- und Südamerika, sondern auch in Asien und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts vor allem auch in Afrika angebaut. Die anregende Wirkung des Kakaos beruht in erster Linie auf dem Theobromin (Dimethylxanthin), einem mit Coffein nah verwandten Alkaloid. Daneben findet sich in den Bohnen auch kleine Mengen an Coffein.
Jürg Stöcklin, Text zur Ausstellung «Wegzehrung - Pflanzen am Lebensweg des Menschen» (1. Juni–29. Sept. 1996)
13. Nov. 2004