Der Piment oder der Nelkenpfeffer ist erst seit der Neuzeit bekannt und wurde von Christoph Kolumbus auf den westindischen Inseln entdeckt.
Das Gewürz sind die getrockneten, bis zu 8 mm grossen Beeren eines immergrünen Baums, der 10 m hoch wird und in einer Rispe weisse Blüten trägt. Die getrockneten Beeren gleichen schwarzen Pfefferkörner. Im Fruchtfleisch, vor allem aber in den Samen ist ein ätherisches Öl enthalten, das neben der pfefferähnlichen Schärfe in Geruch und Geschmack an Nelken, Muskat und Zimt erinnert. Piment wird in unreifem Zustand geerntet, weil das würzige Öl zur Fruchtreife nahezu verschwindet.
Weil Jamaika ein Hauptanbaugebiet des Pimentbaums ist, wird das Gewürz auch als Jamaikapfeffer bezeichnet. Frühe Amerikareisende berichteten, das die Azteken mit Piment ihre Schokoladengetränke würzten. Das Gewürz erreichte im 17. Jahrhundert grosse Beliebtheit in Europa. Besonders populär war Piment in England, wo er «Allspice» genannt wird, weil man alles damit würzte. Bei uns wird Piment in weihnachtlichem Gebäck, für Würste, Saucen, Rotkohl, marinierten Fisch und zur Herstellung von Kräuterlikören verwendet. Pimentöl wird auch für Parfüms, Kosmetika und Seifen gebraucht.
Jürg Stöcklin, Text zur Ausstellung «Wegzehrung - Pflanzen am Lebensweg des Menschen» (1. Juni–29. Sept. 1996)
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