Dieser mehrköpfige, gedrungene Kaktus aus Mexiko ist ein Musterbeispiel für ein Halluzinogen der Neuen Welt.
Peyote wird von über 40 amerikanischen Indianerstämmen weit über sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus als religiöses Sakrament verwendet. Peyote war eine der ersten Drogen, auf die die Europäer in Amerika stiessen. Sie wurde von den spanischen Erobern wegen ihrer «teuflischen Durchtriebenheit» verurteilt und ihre Verwendung unterdrückt. Für die Indianer besass Peyote mythologische und religiöse Bedeutung und wird als Medizin gegen manche Übel oder zu rituellen Zwecken seit über 3000 Jahren benutzt. Der Kaktus wird auf heiligen Wanderungen gesammelt und roh oder getrocknet als Mus oder Tee während religiösen Zeremonien eingenommen. Der Rauschzustand dauert zwei bis drei Tage und lässt dann nach. Der Peyote-Kult ist für die Indianer entweder eine Rückkehr in eine archetypische, paradiesische Vergangenheit oder er soll das Wohlergehen des Stammes fördern und dient der Götterverehrung. Heute noch ist Peyote ein beliebtes Rauschmittel bei mexikanischen Indianern und innerhalb der weitverbreiteten, rechtlich anerkannten «Amerikanischen Eingeborenenkirche».
Lophophora williamsii wurde um die Jahrhundertwende als erste halluzinogene Pflanze chemisch untersucht. Die Pflanze enthält bis zu 30 Alkaloide. Hauptwirkstoff ist Trimethoxyphenyläthylamin, besser bekannt unter dem Namen Meskalin. Der Stoff ist chemisch verwandt mit einem Hirnhormon, dem Neurotransmitter Noradrenalin.
Jürg Stöcklin, Text zur Ausstellung «Wegzehrung - Pflanzen am Lebensweg des Menschen» (1. Juni–29. Sept. 1996)
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