Kaffee
Coffea arabica L. (Rubiaceae)
Coffea arabica ist eine der 40 Arten des Kaffeestrauches, liefert aber rund 75% des Weltbedarfs an Kaffeebohnen. Die Heimat dieses Strauches ist Äthiopien, kultiviert wurde er aber zuerst auf bewässerten Bergterassen des Jemen, wahrscheinlich im 14. Jahrhundert.
Die äthiopischen Eingeborenen kauten wohl rohe Kaffeebohnen, das Rösten der Bohnen und die Zubereitung wohlschmeckender Aufgüsse war ihnen hingegen unbekannt. Aus dem Jemen hat sich die Kaffeekultur zunächst über Arabien später in die ganze Welt ausgebreitet.In Mekka musste bereits 1511 ein Gesetz gegen übertriebenen Kaffeehaus-Besuch erlassen werden. Der Namen «Kaffee» leitet sich vom türkisch-arabischen «kahwe/quaea» ab. Die Türken brachten bekanntlich den Kaffeegenuss nach dem Westen und hatten ihn wiederum von den Arabern übernommen. Der deutsche Arzt und Botaniker Rauwolf brachte im Jahre 1576 nach einer abenteuerlichen Reise die Kunde des stimulierenden Getränks in den Westen.
Coffea arabica bevorzugt Höhenlagen zwischen 600 und 1200 m, während die zwei andern angebauten Kaffeearten in tieferen Lagen gedeihen. Kaffeesträucher blühen vom 3. Jahr an und bringen lohnende Erträge bis etwa zum 30. Lebensjahr. Die Steinfrüchte reifen in 8-12 Monaten und werden als «Kaffeekirschen» bezeichnet. Sie enthalten zwei Samenfächer. Nach der Ernte wird Fruchtfleisch, Hornschale und Samenschale entfernt. Die Samen liefern den graugrünen Rohkaffee, der neben Stärke, Eiweiss und Saccharose als wichtigstes Alkaloid Coffein enthält. Zum Verbrauch wird der Rohkaffee geröstet, wodurch die Bohnen ihre braune Farbe, gute Mahlfähigkeit und das Aroma erhalten.
Nach dem Erdöl nimmt der Handel mit Kaffeebohnen im weltweiten Markt mit Rohstoffen die zweite Stelle ein. Wichtigster Produzent ist Brasilien.
Jürg Stöcklin, Text zur Ausstellung «Wegzehrung - Pflanzen am Lebensweg des Menschen» (1. Juni–29. Sept. 1996)
13. Nov. 2004