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Die tiefrot blühenden 'Zylinderputzer' stammen aus Australien. Sie geizen nicht mit Nektar, der besonders den Kleinpapageien zusagt. |
| Zylinderputzer |
Damit bezeichnet man eine Reihe australischer Gehölze aus den Gattungen Callistemon, Metrosideros und Melaleuca, die allesamt zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) gehören. Ihre Blüten sind in langgezogenen Blütenständen angeordnet und erzeugen mit starr abstehenden Staubblätter den Eindruck einer Flaschenbürste. Viele dieser Zylinderputzer sind beliebte Kübelpflanzen: Sträucher oder kleinere Bäume, die als subtropische Trockenpflanzen bei uns nicht winterhart sind. Eine besonders beliebte Art aus dieser Gruppe ist der Karminrote Zylinderputzer, Callistemon viminalis. Die Pflanzen stammen aus dem Nordosten von Australien und wachsen auf Flussbänken, ähnlich wie bei uns gewisse Weiden. |
| Kantenstellung und Öldrüsen |
Die elliptischen Blätter von Callistemon viminalis stehen typischerweise in Kantenstellung. Damit wird Erhitzung vermindert. Das Blatt verliert dadurch zwar Licht, aber das spielt am Wildstandort keine Rolle: Licht gibt es dort im Überfluss. Typisch für Blätter von Myrtengewächsen ist die Einlagerung ätherischer Öle. Die Blätter verrotten deswegen nur langsam (antibakterielle Wirkung) und riechen beim Zerreiben aromatisch. Die Öldrüsen sind im Gegenlicht als helle Punkte sichtbar. |
| Ähren |
Die Blüten sitzen in dichten Ähren direkt an den Sprossen, die bereits während der Blütezeit an der Spitze wieder neue Blätter bilden. Blüten- und Blattzonen wechseln sich daher regelmässig ab. Auffallend sind die leuchtend roten, abstehenden Staubfäden. Auf ihnen beruht die Schauwirkung. |
| Papgeienblüten |
Unter jedem dieser starren Pinsel verbirgt sich ein grosser, napfförmiger Nektarbehälter. Zahlreiche australische Vogelgruppen treten als Blütenbesucher auf, unter anderem Kleinpapageien mit spezialisierten, pinselförmigen Zungen. Im Gegensatz zu den amerikanischen Kolibris beherrschen sie keinen Schwirrflug. Sie sitzen daher beim Blütenbesuch ab bzw. turnen unter beträchtlichem Geschrei akrobatisch an den Pflanzen herum, oft kopfüber. |
| Feuerfrüchte |
Die verholzten Früchte verbleiben jahrelang geschlossen an der Pflanze. Sie reagieren auf Buschbrände: das Feuer, dem die Mutterpflanzen oft zum Opfer fallen, öffnet die Früchte, und die winzigen Samen werden freigesetzt. Gleichzeitig steigert die düngende Asche den Keimungserfolg. |
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Text Heinz Schneider, Zeichnung Sabine Hirsig |
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Zylinderputzer - ein Fest für Papageien PDF-File (400 kB)
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