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Amorphophallus konjak (Araceae)
Teufelszunge. Süd- und Südwest-China, Vietnam. • Botanischer Garten: im Kalthaus oder im Tropenhaus
Dieses tropische Aronstabgewächs stammt ursprünglich aus Vietnam. Die Pflanze mit den rundlichen Knollen bringt in ihrer generativen Phase einen einzelnen Blütenstand hervor. Bei optimalen Bedingungen kann dieser bis zu 1,5 m hoch werden. Es handelt sich um eine typische Kesselfallenblume. Auf dem Kolben (Spadix) sitzen im unteren Bereich die weiblichen, im oberen die männlichen Einzelblüten. Männliche und weibliche Blüten öffnen sich zu unterschiedlichen Zeiten. Somit gibt es keine Selbstbestäubung.
Der Kolben wird von einem grossen Hochblatt (Spatha) umhüllt. Durch die dunkle braunpurpurne Farbe und ihrem üblen Aasgeruch imitiert die Pflanze einen verwesenden Tierkadaver. Dadurch werden Fliegen und kleine Käfer angelockt, die in den Blütenstand hineinstürzen und beim herauskrabbeln die Blüten bestäuben. Der nackte Kolben dient dabei als Osmophor, d.h. der Blütenduft wird in einem speziellen Drüsengewebe erzeugt, das sich am Kolbenende befindet. Dies geschieht bei vielen Aronstabgewächsen unter beträchtlicher Temperatursteigerung des Kolbens. Nach wenigen Tagen fällt der Blütenstand zusammen.
Nun beginnt die vegetative Phase. Aus einer Blattknospe treibt ein einzelnes, mehrfach gefiedertes Blatt aus, welches entfernt an die Gestalt einer Palme erinnert und bis zu 2,5 m hoch wird. Über der alten, verrottenden Knolle bildet sich nun ein neues, vom jungen Blatt ernährtes Speicherorgan. In ihm werden Reservestoffe (Stärke) gespeichert.
Amorphophallus konjak im Botanischen Garten Basel hat einen regelmässigen Jahresrythmus. Ende Februar/Anfang März erscheint die Blüte. Im April ist das Blatt ausgetrieben. Ab Oktober stirbt das Blatt ab und die neue Knolle geht in eine Ruhephase über, bis dann im Februar/März wieder der Blütenstand erscheint.
In einigen südostasiatischen Ländern werden die stärkehaltigen Knollen als Nahrung angebaut. Am besten gedeihen sie in feuchten Böden, im Schatten von Bäumen und Sträuchern. Die Knollen werden gekocht, fritiert, in Sojasauce gedünstet, oder es wird eine Paste hergestellt, die wiederum zu Nudeln verarbeitet wird.
In Japan gewinnt A. konjak zunehmend Bedeutung in der Lebensmitteltechnologie und der pharmazeutischen Industrie. Die Knolle enthält Substanzen, welche zu darmaktivierenden Präparaten verarbeitet werden. Ausserdem haben sie einen hungerstillenden Effekt und werden Diätnahrung zugesetzt.
Text: Maja Willis. Fotos und Karte: Heinz Schneider
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