Bilder
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  1. Der neu eingerichtete Botanische Garten beim Aeschenplatz (Mählyplan 1845). Rechts neben dem Garten der Aeschengraben, unten rechts Aeschenplatz mit Aeschentor.
  2. Das Areal des heutigen Botanischen Gartens wurde im 19. Jh. als Friedhof genutzt (Mählyplan, 1845). Man beachte die Stadtmauer samt Graben, welche direkt an das Gelände anstossen.
  3. Situationsplan. «Verlegung des botanischen Gartens auf das Areal des Spalengottesackers. Project I. V. Flück. 25. October 95.» im Anhang zum Ratschlag vom 13. Feb. 1896.
  4. «Projekt über die Verlegung des botanischen Gartens auf das Areal des Spalengottesackers. Vogelperspektive. V. Flück. 4. Febr. 96» im Anhang zum Ratschlag vom 13. Feb. 1896.
  5. Ansicht des Gartens vom Spalentor aus (um 1900).
  6. Viktoriahaus. Auf dem Schild an der Decke: «Victoria regia. Familie: Nymphaceae. Vaterland: Brasilien» (undatierte Postkarte).
Der Botanische Garten vor dem Aeschentor (1840-1898)
Verlegung vors Aeschentor (1840)
«Im Jahre 1838 wurde das Areal des alten botanischen Gartens vom Spital beansprucht, nachdem es seinem Zweck nahezu 150 Jahre gedient hatte. Vor dem Aeschentor wurde ein neuer Garten gegründet (Areal des jetzigen Polizeipostens und der Liegenschaft Nr. 6 der St. Jakob-Strasse), und im Jahre 1840 daselbst ein neues botanisches Gebäude bezogen, das freilich nach heutigen Begriffen als sehr bescheiden bezeichnet werden müsste, das aber doch während fast 60 Jahren, bis zur Errichtung des jetzigen botanischen Institus vor dem Spalentor, den Anforderungen genügte. Der Garten vor dem Aeschentor enthielt ausser den Treibhäusern eine systematische Abteilung mit Kräutern, Stauden und Sträuchern, eine Abteilung für Medizinalpflanzen und im Hintergrund ein schönes Arboretum.» August Binz, Aus Basels botanischem Garten. - Basler Jahrbuch, 1938, S. 117
Umbau des Gewächshauses (1862)
Der Ratschlag zuhanden des Grossen Rates betreffend Umbau des Gewächshauses vom 3. Mai 1862 befindet, «das Unzureichende der botanischen Anstalt» liege vor allem darin, «dass der botanische Gärtner so ungenügend besoldet ist, dass er auf Nebenerwerb angewiesen ist». Es wird eine Jahresbesoldung von Fr. 2'500.- bei freier Wohnung für den Gärtner vorgeschlagen, zudem weitere Fr. 1'500.- pro Jahr für «Gehülfen».
Für den «nicht mehr aufzuschiebenden Umbau des Gewächshauses» mit seinen «drei Abtheilungen (Warmhaus, Kalthaus, Palmenhaus)» wird ein Kredit von Fr. 20'000.- beantragt. «Das neue Gewächshaus würde 5' [etwa 1.5 m] breiter als das bisherige; dann würde eine wesentliche Verbesserung darin bestehen, dass statt des schnell faulenden Holzes Eisenkonstruktion und statt der bisherigen Heizung Wasserheizung zur Anwendung käme».
Zur Frage einer allfälligen Verlegung lautet die klare Aussage: «Unser botanischer Garten ist gut und es ist nur die nöthige Bearbeitung, die ihm fehlt».
Blühende Victoria regia
«Prof. Meisner von Basel bringt Mittheilungen über die letzhin in Basel gelungene Cultur der Victoria regia, die dort zur Blüthe kam, namentlich über das schnelle Wachsthum derselben. Während 12 Stunden wuchs die Blattscheibe um 7 Zoll.
HH. Prof. Heer und Dr. Hopf von Thun bemerken, dass diese Pflanze seit etwa 10 Jahren schon mehrfach in der Schweiz zur Blüthe gebracht worden sei. Die Culturmethode durch Zugiessen von warmen Wasser, die man in Basel angewandt, sei jedoch neu.» (aus: Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, 1863, S.69)
Der Botanische Garten beim Spalentor (ab 1898)
Verlegung zum Spalentor (1898)
Der Umzug vom Aeschentor ans Spalentor wurde mit dem Ziel veranlasst, möglichst viele Universitätsinstitutionen in der Umgebung des Petersplatz anzusiedeln. Das heutige Areal des Botanischen Gartens beim Spalentor, der Spalengottesacker, war zu klein geworden. Der Friedhof wurde verlegt und das Areal dadurch für anderes verfügbar. Es wird sogar als «halb verwahrlost» bezeichnet.
Der Neubau der Universitätsbibliothek auf dem gleichen Gelände wurde zwei Jahre vor dem Bau des Botanischen Instituts fertig gestellt. Ein neues Kollegiengebäude am Petersplatz war ebenfalls beabsichtigt. Der Verkauf der Parzelle des Botanischen Gartens beim Aeschenplatz erbrachte mehr Mittel als nötig waren, um Garten und Institut beim Spalentor zu errichten.
Verantwortlich für die Gesamtkonzeption war der Institutsvorsteher, Prof. G. Klebs. Die Gewächshäuser (inkl. Viktoriahaus) und das Institutsgebäude wurden vom Kantonsbaumeister V. Flück entworfen. Die Gestaltung der Rasenflächen erfolgte durch den Stadtgärtner, die Bepflanzung durch den Universitätsgärtner Adolf Urech-Scheidegger, der den Garten während 30 Jahren (1888-1918) leitete.
Die Zeitungsartikel zur Eröffnung erwähnen bereits die grosse Sabal-Palme, welche 1948 gefällt werden musste, zudem einen blühenden Kaffeestrauch und die Victoria-Seerose.
Publikationen, Quellen, Dokumente
Friedrich Maehly. Vogelschaubild der Stadt Basel von Norden. 1847
Rathschlag betreffend Umbau des Gewächshauses im botanischen Garten und Abänderung der Bestimmungen über Verwaltung der botanischen Anstalt. - Ratschlag Nr. 285 vom 3. Mai 1862
Ratschlag betreffend Errichtung der botanischen Anstalt auf dem Areal des ehemaligen Spalen-Gottesackers. - Ratschlag Nr. 1059 vom 13. Februar 1896.
Eröffnung des neuen botanischen Gartens. - Basler Nachrichten. 10. Juli 1898.
Der neue Botanische Garten. - National-Zeitung. 10. Juli 1898. - Beide Zeitungen bringen den identischen, etwas trocken-communiquéartigen Text ohne Illustration und ohne Angabe eines Verfassers.
4. Jan. 2005