Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2000

Allgemeine Sprachwissenschaft

Universität Basel


Vorlesungen
zu: Seminare und Übungen, Sprachkurse
zurück zur Veranstaltungsliste

Linguistic typology and language universals

Di 11-12, D.J. Allerton

All languages seem to share certain common features; but just how much can be established as linguistically universal? Equally, all languages are different, but some are more different than others. Leaving aside questions of historical relationship, we can group languages according to particular ways in which they differ, for instance, the kind of vowel system they have, the complexity of their morphology, their basic word order. Typology and universals will be studied at the phonological and grammatical levels, and an attempt will be made at each stage to consider English from a typological perspective.

Cours III/IV: Bilinguisme - Aspects linguistiques cognitifs, sociaux et éducationnels

Mi 8-10, G. Lüdi

Bien que la majorité de líhumanité soit bi- ou plurilingue, la plupart des linguistes continuent à se focaliser sur la personne unilingue vivant dans une communauté homogène monoglossique. A partir díexemples concrets, ce cours passera en revue une série díapproches qui abordent le phénomène du plurilinguisme par des voies très différentes, de la linguistique théorique aux sciences de líéducation, en passant par la sémantique cognitive, la sociolinguistique, la linguistique acquisitionnelle et la psycholinguistique expérimentale. Le cours síarticulera autour de trois grands thèmes:
 

  • Bilinguisme individuel (Vers une typologie des bilingues / Attitudes face au bilinguisme / Aspects psycho- et neurolinguistiques du bilinguisme / etc.)

  •  
  • Plurilinguisme collectif (Diglossie / Mesures pour protéger des minorités linguistiques / Les migrants comme minorité linguistique? / Ecoles bilingues / etc.)

  •  
  • Manifestations discursives du plurilinguisme (Choix des langues / Marques transcodiques / Parler bilingue / Contraintes structurales et interactionnelles du code-switching / etc.)

  •  

     
     
     
     
     
     
     

    Baetens Beardsmore, Hugo (1986): Bilingualism: Basic Principles, Clevedon.
    Fishman, Joshua (1971): Sociolinguistique, Bruxelles/Paris.
    Grosjean, François (1982): Life with two languages: an introduction to bilingualism, Cambridge MA.
    Gumperz, John (1982) : Discourse strategies, Cambridge.
    Hamers, Josiane F./Blanc, Michel (1983): Bilingualité et bilinguisme, Bruxelles.
    Lüdi, Georges (1990): ÑDiglossie et polyglossie". In: Lexikon der Romanistischen Linguistik, Holtus, G./Metzeltin, M./Schmitt, Chr. (Eds.), Tübingen, t. V/1, 307-334.
    Lüdi, Georges/Py, Bernard (1984): Zweisprachig durch Migration, Tübingen, Niemeyer.
    Myers Scotton, Carol (1993): Duelling languages. Grammatical structure in codeswitching, Oxford.
    Romaine, Suzanne (21995): Bilingualism, Oxford.
    Weinreich, Uriel (1953): Languages in contact, The Hague.

    Cours avec exercices de lecture III/IV: La notion de "contexte"

    Do 8-10, L. Mondada

    Ce cours vise à réfléchir aux définitions multiples du contexte en linguistique et à la place que joue le contexte dans divers modèles des sciences du langage comme des sciences sociales. La dimension contextuelle du langage et des usages linguistiques est en effet de plus en plus reconnue et traitée dans différentes perspectives, qu'elles relèvent de la pragmatique, de la sémantique, de la linguistique de l'énonciation ou de l'analyse du discours. Cette multiplicité de traitements crée toutefois un espace théorique hétérogène, où il convient de distinguer diverses options théoriques fondamentales.

    Le cours insistera sur l'apport historique de K. Bühler et des logiciens, de celui d'E. Benveniste et de ses reprises successives; il vise une réflexion sur la formalisation et caractérisation du contexte en sociolinguistique, sur le problème de la description pertinente du contexte dans une perspective d'ethnographie de la communication, sur le traitement du contexte en pragmatique, etc.

    Pour chaque courant, un texte de base sera indiqué et commenté; l'"écriture du contexte" constituera donc une approche privilégiée de la multiplicité des définitions de cette notion qui joue désormais un rôle central dans plusieurs sous-disciplines de la linguistique et des sciences sociales.

    Grammatikformalismen in der Sprachverarbeitung (Computerlinguistik II)

    Do 10-12, P. ten Hacken, WWZ-Gebäude, Raum 206, Beginn 6. April

    Ein Parser ist ein Programm, das mit einer Grammatik und einem Satz als Input eine Analyse dieses Satzes hervorbringt. Im ersten Teil dieser Vorlesung werden einige Techniken und Formalismen, die in Parsing eine Rolle spielen, behandelt. Anhand einer Darstellung von Chomskys Syntaxformalismus aus den sechziger Jahren wird erklärt, wie die Anforderungen an eine Sprachtheorie in der Linguistik und beim Parsing sich unterscheiden (Woche 1-3). Im zweiten Teil werden drei Grammatiktheorien behandelt, die im Gegensatz zu Chomsky, der sich auf einen rein linguistischen Standpunkt stellt, versuchen, die Anforderungen beider Seiten zu erfüllen. In je drei Wochen werden die Grundzüge der GPSG, LFG, und HPSG dargestellt, unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung in Parsing. Die Veranstaltung ist unabhängig von Computerlinguistik I.

    Geschichte der Sprachwissenschaft III: Das 20. Jahrhundert

    Do 11-12 und Fr 11-12, H. Löffler

    Die Vorlesung war bereits für das WS 99/00 angekündigt, musste aber auf das Sommersemester 00 verschoben werden. Es handelt sich um den dritten und letzten Teil der dreisemestrigen Vorlesung, welche die Geschichte der Sprachwissenschaft von den Anfängen in der Antike bis zum Ende unsereres Jahrhunderts umfasst. Der zweite Teil endete im Sommersemester 99 an der Schwelle des 20. Jahrhunderts. Jetzt werden die Hauptrichtungen der Sprachtheorie und -empirie des 20. Jahrhunderts vom Beginn bis heute dargestellt. Dabei werden hin und wieder noch einmal die ÑWurzeln" verfolgt, die vielfach bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

    Die einzelnen Kapitel werden voraussichtlich heissen: Sprachphilosophie - Strukturalismus - Sprachliche Relativitätstheorie - Sprachpsychologie/Psycholinguistik - Dependenz- und Generative Grammatik - Grammatiken im 20. Jh.- Sprachgeographie/ Areallinguistik - Sprache und Kultur/Ethnomethodologie - Pragmatische Wende - Soziolinguistik/ Gesprächslinguistik - Ausblick: Linguistik am Ende des Jahrhunderts.

    Die Vorlesung könnte daher auch als ein Überblick in die neuere Linguistik überhaupt angesehen werden. Sie ist in sich geschlossen. Der Besuch von I und II wäre zwar sinnvoll und wünschenswert, ist aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme

    Lateinische Phonologie

    Fr 10-11, R. Wachter

    Die Phonologie (Lautlehre) ist die Grundlage der lateinischen Sprachwissenschaft. Auf ihr bauen die drei weiteren Teildisziplinen, nämlich Wortbildung und Etymologie, Morphologie (Formenlehre) sowie Syntax, auf. In den hier angebotenen Kursen steht weniger das "Wie" der sprachlichen Erscheinungen im Vordergrund, sondern das "Warum", d.h. die historische Erklärung der sprachlichen Sachverhalte. Im kommenden Semester geht es speziell um die Entstehung des lateinischen Lautsystems (andererseits bildet das lateinische Lautsystem seinerseits die Grundlage der Lautsysteme der romanischen Sprachen, dafür plane ich aber eigene Lehrveranstaltungen). Sprache ist eben nicht nur ? synchron gesehen ? ein System, sondern ebensosehr ? diachron gesehen ? ein lebendiger Organismus. Dies lässt sich nirgends besser demonstrieren als an den miteinander verwandten klassischen Sprachen Latein und Griechisch (und Sanskrit), und besonders hilfreich ist hierfür die sprachvergleichende Sichtweise. Grundkenntnisse in Latein sind dringend empfohlen.

    Einführung in die neuere Spracherwerbsforschung

    Fr 12-14, A. Häcki Buhofer

    Die deutsche Spracherwerbsforschung hat interessante Wurzeln im 19. Jahrhundert. Es gibt zudem substantielle Beiträge aus der Psychologie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Trotzdem wurde die Spracherwerbsforschung in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts "neu erfunden". Seither ist die empirische Basis der Spracherwerbsforschung sehr stark verbreitert worden. Die verschiedenen theoretischen Ansätze sind teilweise verbunden worden. Der mehrsprachige Entwicklungsprozess ist inzwischen recht gut erforscht. Mit dem Konzept der Selbstorganisation ist ein interdisziplinär akzeptiertes Paradigma der theoretischen Begründung in die Diskussion eingeführt, das es zu erproben gilt.

    Literatur zur Einführung: Gisela Klann-Delius. Spracherwerb. Stuttgart 1999. Sammlung Metzler, ca. 25.-- Fr.

    Seminarien und Übungen
    zu: Vorlesungen, Sprachkurse
    zurück zur Veranstaltungsliste
     

    Seminar ASW: Minimalistisch und optimal: Chomskys Syntaxtheorie in den neunziger Jahren

    Mo 10-12, P. ten Hacken, WWZ-Gebäude, Raum 206, Beginn 10. April

    In der sog. ëChomskyanischen Revolutioní, Ende der fünfziger Jahre, hat sich Chomskys Syntaxtheorie in ihrem Fachbereich eine vorherrschende Stellung erobert, die sie bis jetzt überzeugend gehalten hat. Dabei hat sich die Theorie ständig erweitert und verbessert, um ihrem Ziel näher zu kommen. Das Ziel der Theorie ist die Erklärung des Phänomens, dass Menschen als Kind eine Sprache erwerben, wobei die grosse Vielfalt an Sprachen keinen Einfluss auf den Erfolg des Erwerbsprozesses hat.

    Die in den achtziger Jahren entwickelte "Principles & Parameters Theory" (PPT), auch bekannt als "Government & Binding Theory", zeigt ein grosses Erklärungspotential auf. Aus ihrer Anwendung auf immer mehr Daten aus immer mehr unterschiedlichen Sprachen hat sich aber auch eine gewisse Menge Problemfälle ergeben. Diese Daten können zwar im Prinzip innerhalb der PPT behandelt werden, aber führen zu einer Komplizierung der Theorie.

    Anfang der neunziger Jahre fühlte sich Chomsky deshalb zu einer Rückbesinnung auf die grundsätzlichen Ziele und Mittel der PPT veranlasst. Sein "Minimalist Program" (MP) versucht, die Mechanismen in der Grammatiktheorie auf das Minimum zu beschränken. Das MP bildet keine ausgearbeitete Theorie wie die PPT, sondern einen Ansatz, wie die Entwicklung der Theorie am besten vorankommen kann.

    Gleichzeitig wurde unabhängig von Chomsky in der Phonologie die "Optimality Theory" (OT) entwickelt. Die OT bildet einen allgemeinen neuen Ansatz, wie Regeln zu formulieren und interpretieren sind. Interesssanterweise ist dieser Ansatz in ihrer Wirkung nicht auf der Phonologie beschränkt, sondern zeigt Konvergenzen mit dem MP auf.

    Im Seminar werden wir die Hintergründe und wichtigsten Tendenzen des MP und der OT anhand von ausgewählten Texten betrachten. Es werden keine Vorkenntnisse über Chomskys Theorien vorausgesetzt

    The linguistic study of signed languages of the deaf

    Mo 10-12, P. Boyes Braem, Beginn 3. April

    This seminar will cover the major findings from the past 40 years of research done on signed languages used by deaf persons. These studies have shown that while signed languages have a linguistic structure independent of the spoken language used in the same geographic area, they share the underlying linguistic functions of spoken languages. In addition, these languages utilize techniques, which are only possible in a visual/corporal modality, such as the grammatical use of 3-dimensional space. Including in this overview will be the linguistic structuring of these languages at the sublexical, morphological, syntactic and discourse levels, as well as psycholinguistic studies of how deaf children acquire signed languages. The connection between signed languages and the Deaf minority cultures from which they spring will also be discussed, using video-texts of signed theatre and poetry as well as contributions from invited deaf guests.

    Cours/Séminaire: Anthropologie de la communication: racisme, ethnocentrisme, xénophilie: théories et conceptions ordinaires

    Di 12-14, J.-L. Alber

    La discussion concernant la question du racisme s'est considérablement renouvelée. Nombre d'ouvrages publiés ces dernières années proposent des interprétations revisitées de ce phénomène aux multiples facettes qui sait se modeler aux circonstances socio-historiques. La déconstruction de la notion de différence qui en découle se prolonge dans une interrogation concernant la gamme des orientations positives ? individuelles et collectives ? envers l'altérité.

    Cet enseignement aura la forme díun séminaire de recherche au semestre díété. Il traitera des questions suivantes: origines du racisme; racisme, ethnocentrisme, xénophobie; racisme, esclavagisme, colonialisme, nationalisme, antisémitisme; racisme et immigration; racisme et ethnicité; racisme et mondialisation; racisme biologique et ´racismeª culturel (ou néoracisme); racisme doctrinal et racisme ordinaire; racisme et éducation; racisme et exclusion, discrimination, ségrégation, sexisme; discours raciste et rhétorique politique; racisme et communication médiatique; racisme, antiracisme, multiculturalisme, xénophilie.

    Séminaire II: Introduction à la linguistique du texte et du discours

    Di 16-18, S. Pekarek Doehler

    Ce séminaire constitue une initiation aux théories linguistiques síoccupant de la nature des textes et des discours, de leur structuration et de leur fonctionnement social. A partir d'une lecture d'articles de recherche (textes 'classiques' ainsi qu'études très récentes), nous allons nous interroger sur différentes approches pragmatiques du discours dans ses dimensions monologale et dialogale. Nous tenterons notamment:
     

  • d'élaborer des connaissances de base sur les principaux courants théoriques dans le domaine
  • de nous familiariser avec un certain nombre de procédures méthodologiques et de concepts théoriques utilisés (acte de langage, énonciation, genre, contexte, interaction sociale);
  • d'approfondir, voire d'élaborer, des 'instruments' de travail qui sont indispensables aux étudiant(e)s dans la poursuite de leurs études, notamment en travaillant sur les critères pertinents pour comprendre, situer et utiliser un texte scientifique - et de le faire de façon efficace.

  •  

     
     
     
     
     
     
     

    Kolloquium: Linguistic Fieldwork: theory and practice

    Di 16-18, W. Elmer

    Cours/Séminaire III/IV: Syntaxe et pragmatique de l'oral

    Di 16-18, L. Mondada

    Ce cours-séminaire invite à une réflexion sur l'oral basée sur des analyses empiriques de données enregistrées transcrites et sur des références théoriques articulant syntaxe et pragmatique. Cette articulation est en effet prônée par divers courants développant une approche fonctionnaliste de la grammaire et pose des questions nouvelles quant à l'autonomie, aux contraintes discursives et aux dépendances contextuelles de la syntaxe.

    Le séminaire soulignera les enjeux empiriques d'une approche qui reconnaît les spécificités de la langue orale, ainsi que les conséquences théoriques d'une analyse fondée sur des données orales authentiques recueillies dans leur situation sociale de production.

    Il posera ainsi la question de savoir comment représenter visuellement et textuellement le flux oral, puis comment en analyser certains phénomènes spécifiques, s'éloignant de la grammaire écrite standard, comme les hésitations, les bafouillages, les faux-départs, les changements de construction; comme les dislocations à gauche et à droite; comme l'élaboration collaborative d'un énoncé dans l'interaction.

    Interkulturelle Pädagogik - eine Pädagogik der Vielfalt

    Do 10-12, R. Ehret

    Ort: Romanisches Seminar, Beginn: 13. April 2000

    In der (postmodernen) Debatte um den Platz von Vielfalt und Wertepluralisierung in der Allgemeinen Pädagogik ist sichtbar geworden, dass die einst als Sonderpädagogik etablierte Ausländerpädagogik, die sich unterdessen zur Interkulturellen Pädagogik gemausert hat, zum notwendigen Bestandteil einer Allgemeinen Pädagogik der Vielfalt geworden ist. Gleichzeitig wird in der Fachliteratur die Frage des Fremdsprachenunterrichts vermehrt im Zusammenhang mit der migrationsbedingten Mehrsprachigkeit und insofern auch im Rahmen der Erstsprachenförderung von Migrantenkindern diskutiert (vergl. auch Gesamtsprachenkonzept oder language awareness Konzepte). In den Schulen selbst und in der Schulverwaltung wird die Diskussion über Sprachen- und Kulturenvielfalt jedoch immer noch fast ausschliesslich in Beziehung zur Einwanderung von ausländischen Arbeitskräften und ihren Kindern gesetzt. Es stellt sich die Frage, wie mit diesem Umgang die ÑKonstruktion vom Anderen" immer wieder neu herbeigeführt wird und wie eine zeitgemässe, sich interkulturell nennende Pädagogik darauf reagieren und den Perspektivenwechsel reflektieren kann.

    Im Seminar werden wir uns anhand verschiedener Texte und Positionen mit dieser Thematik auseinandersetzen. Im weiteren wird auch die Stellung der Interkulturellen Pädagogik oder einer möglichen Pädagogik der Vielfalt im neuen Basler Schulsystem dargestellt und besprochen.

    Mittelseminar: Soziolinguistik

    Do 16-18, H. Löffler

    Zu Beginn des neuen Jahrhunderts ist es angezeigt, sich noch einmal eingehend mit einer der massgeblichen linguistischen Teildisziplinen des abgelaufenen Jahrhunderts zu befassen. Ziel des Seminars ist es, sich anhand von neueren Einführungen und Darstellungen einen Überblick über die thematischen und methodischen Entwicklungen der Soziolinguistik zu verschaffen und danach vielleicht den heutigen Standort zu ermitteln mit einem Ausblick auf künftige Entwicklungen. Das genaue Programm wird rechtzeitig angeschlagen. Vorbesprechung in der ersten Sitzung des Semesters

    H. Löffler, Germanistische Soziolinguistik. 2. überarb. Auflage, Berlin (E.Schmidt Verlag) 1995

    N. Dittmar, Grundlagen der Soziolinguistik.- Ein Arbeitsbuch mit Aufgaben. Tübingen (Niemeyer Verlag) 1997

    S. Barbour, P. Stevenson, Variation im Deutschen. Soziolinguistische Perspektiven. (Aus dem engl.Orig.von 1990), Berlin (Verlag W. de Gruyter) 1998

    Proseminar: Introduction to Sociolinguistics

    Do 16-18, D. Klapproth

    Sociolinguistics has been defined as the study of language in its social context. This compulsory proseminar offers an introduction to this exciting field of study. We will look at some of the major work done in sociolinguistic research and will familiarise ourselves with the main concepts and methods used in this field.

    Text: J.K. Chambers: Sociolinguistic Theory. 1995 (Blackwell).

    Übung: An Introduction to Cognitive Semantics

    Fr 10-12, A. Langlotz, Beginn 7. April

    Cognitive linguistics is one of the fastest expanding fields of linguistic research. This boom was mainly triggered by two influential works both published in 1987: Women, Fire, and Dangerous Things. What Categories Reveal about the Mind by George Lakoff and Ronald Langacker`s Foundations of Cognitive Grammar. In this course we will mainly focus on the theoretical framework developed by Lakoff. His holistic linguistic theory, which he calls "cognitive semantics", incorporates a great number of concepts having their source in cognitive psychology, e.g.: prototypes, frames and scripts, gestalt structures, or imagery. The greatest influence of Lakoff`s framework can certainly be attributed to the concept of "conceptual metaphor", which he developed with Mark Johnson in 1980. Lakoff and Johnson revealed that many linguistic structures are fundamentally metaphorical. These results show that human beings unconsciously express a great deal of their everyday concepts in terms of metaphors.

    This Übung explores the ways in which Lakoff relates the discoveries of cognitive psychology to the study of linguistic semantics and tries to establish a holistic view of semantic knowledge as embedded within the general human cognitive capacities.

    Übung: Historische Grammatik (v.a. Phonologie und Morphologie)

    Fr 11-12, R. Wachter

    Diese Übung schliesst an die Vorlesung des WS an und ist wie diese für Hörer aller interessierten Fachrichtungen konzipiert. Anhand einzelner ausgewählter Bereiche der Sprache wird die Theorie der historisch-sprachvergleichenden Forschungsrichtung praktisch und fallweise deutlich tiefergehend als in der Überblicksvorlesung erprobt und durchgespielt. Auch hier werden Beispiele nicht nur aus der indogermanischen Sprach-Grossfamilie, sondern auch aus uns näherliegenden Kleinfamilien (insbesondere der beiden, zu denen unsere Landessprachen sowie das Englische gehören) behandelt. Die Bereiche Phonologie, Wortbildung und Etymologie, Morphologie und Morphosyntax werden dabei in bunter Mischung zum Zuge kommen.

    Linguistische Pragmatik und Sprechakttheorie

    Fr 14-16, S. Dönninghaus, Slavisches Seminar

    Innerhalb der linguistischen Pragmatik werden der Gebrauch von Zeichen und das Sprechen ganz allgemein als Handeln betrachtet. Es handelt sich um eine noch relativ junge linguistische Teildisziplin, die mit der sog. pragmatischen Wende der 60er/70er Jahre des 20. Jahrhunderts eingeleitet wurde. Untersuchungsgegenstand der Pragmatik ist das, was uns in der Terminologie F. de Saussures und N. Chomskys als parole bzw. performance bekannt ist. Ihr geht es um die Einbeziehung situativer Faktoren und der Betrachtung des Sprachgebrauchs zu Kommunikationszwecken verschiedenster Art. Was es genau heisst, durch Sprechen zu handeln, wird von der Sprechakttheorie zu erklären versucht. Das proseminar führt in die wichtigsten Fragestellungen der linguistischen Pragmatik, der Sprechakttheorie und in die Konversationsmaximen und konversationellen Implikaturen ein. Im Laufe des Semesters wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit gegeben, ein eigenes kleines Referat vorzubereiten, das als Grundlage für eine umfangreichere schriftliche Hausarbeit dienen soll.

    Proseminar Untersuchungen des Sprachlebens: Wie, zu welchem Ende und was das mit dem Alltag der Studierenden zu tun hat

    Fr. 7.4., 5.5., 26.5. und 23.6., jeweils 9-12 und 13-17, Th. Studer

    "Hochdeutsch und Dialekt in der Primarschule", "Verstehen von Radionachrichten", "Verbale Gewalt in Fernsehdiskussionen", "Gespräche im Spital (oder z.B. auch in linguistischen Seminaren)", "Probleme von Sprachgrenzen", "Jugendsprache" - all das sind Beispiele für "Untersuchungen des Sprachlebens", thematisch ganz verschiedene zwar, aber dennoch Beispiele mit einer wichtigen Gemeinsamkeit: Sie alle thematisieren Sprache in ihrem 'realen', beobachtbaren Vorkommen; es sind empirische Untersuchungen. Typische Merkmale empirischer Untersuchungen sind: die Praxisorientierung (oft praktisch motivierte Fragestellungen, 'verwertbare' Ergebnisse), die interdisziplinäre Ausrichtung (Kooperation der Linguistik z.B. mit der Soziologie, der Psychologie und der Pädagogik) sowie, strukturell gesehen, der Aufbau (zu jeder empirischen Studie gehören die Beobachtung, die Erfassung und die Auswertung von Sprachdaten sowie deren Einbettung in Theoriezusammenhänge).

    Das Proseminar hat zwei Ziele: Zum einen sollen die Grundlagen erarbeitet werden, die nötig sind, um empirische Studien zu verstehen. Dazu sollen Wege und Irrwege empirischen Forschens aufgezeigt werden, d.h. es sollen die gängigen Erhebungs- und Auswertungsmethoden der empirischen Linguistik (Beobachtung, Befragung, Inhaltsanalyse und Experiment) anhand von vielen Beispielen besonders aus der Psycho- und Soziolinguistik besprochen und Fragenkreise wie das Verhältnis von Theorie und Daten oder die Debatte um quantitative versus qualitative Forschungspläne aufgegriffen werden. Zum andern möchte die Veranstaltung auch zu eigenen empirischen Arbeiten anregen und versteht sich als Orientierungshilfe für ganz konkrete Fragen, wie sie in vielen linguistischen Arbeiten, und zwar auf allen Stufen, immer wieder auftauchen: Wie können Ideen in Untersuchungspläne umgesetzt werden? Was ist bei der Erstellung und Bearbeitung eines Materialkorpus zu bedenken (z.B. Kategorienbildung)? Wie lassen sich die Qualität und die Reichweite der Resultate abschätzen (sog. Gütekriterien; Statistik, aber keine Angst: angeboten wird "statistics without tears")?

    Schlobinski, Peter (1996): Empirische Sprachwissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag (=WV studium; 174)

    Bortz, Jürgen & Döring, Nicola (2/1995): Forschungsmethoden und Evaluation. Berlin: Springer

    Kolloquium: Linguistic Ambiguity (in Zusammenarbeit mit der Univ. Strasbourg)

    5.-6. Mai, P. Skandera

    Wochenendtagung ÑMacht der Sprache ? Sprache und Sprechen im Kontext von Heilung"

    6./7. Mai 2000, M. Schuster, Chr. Rochlitz, A. Grözinger

    Ort: Tagungsstätte Leuenberg

    Diese Tagung wird durchgeführt von der Medizinisch-Theologisch-Ethnologischen Arbeitsgemeinschaft an der Universität Basel. An diesen Tagungen, die das jeweilige Thema interdisziplinär beleuchten, nehmen Studierende und Dozierende aus der Medizinischen, Theologischen und Philosophisch-Historischen Fakultät teil. Die Tagung bietet somit ein Forum interdisziplinären Austausches. Auf der Tagung ÑMacht der Sprache" sind durch Vorträge und Plenumsdiskussion vertreten: Prof. Dr. Emil Angehrn (Philosophie/Basel), Prof. Dr. Christoph Rochlitz (Medizin/Basel), Lic. phil. Sybille Obrecht (Volkskunde/Basel), Dr. Brigit Obrist van Eeuwijk (Ethnologie/Basel), Prof. Dr. Christoph Morgenthaler (Pastoralpsychologie/Bern), Pfarrer Matthias Brefin (Krankenhausseelsorge/Liestal), Dr. Ute Gschwandtner (Psychiatrische Poliklinik/Basel), Prof. Dr. Meinhard Schuster (Ethnologie/Basel), Prof. Dr. Albrecht Grözinger (Praktische Theologie/Basel). Ein ausführliche Broschüre informiert über die genauen Details. Diese Broschüre ist über die Veranstalter zu erhalten.

    Transphilologisches Angebot: Sprachliche Stadtbegehungen: lautliche und visuelle Ikonen im städtischen Raum

    Vorbesprechung Mo 17.04. 18-20, Blockveranstaltung (Ende August-Anfang September, R. Franceschini (rita.franceschini@unibas.ch)

    Im transphilologische Angebot werden darin v.a. methodologische Fragen der Sprachwissenschaft an einem ausgewählten Thema erörtert. Das Thema des Sommerkurses befasst sich mit dem städtischen Raum, und speziell mit den Zeichen (Inschriften, Namen, Bezeichnungen) und Stimmen (im Tram, im Laden, auf dem Pausenplatz, ...), die auf mehrere Sprachen - nebst Deutsch - im urbanen Raum schliessen lassen. Wir werden uns speziell mit Basel befassen und in einem ersten Schritt zur Datengewinnung Rundgänge durch die Stadt durchführen (ausgerüstet mit Tonband, Notizblock, Kamera ...). Das gesammelte Material wird geordnet und gesichtet und dann in seiner Spezifik analysiert: Kunstwörter, Code-switching, ad-hoc-Bildungen, die auf Kreativität im Umgang mit verschiedenen Sprachen schliessen lassen, sind amüsant, doch nicht ganz einfach zu analysieren. Wir werden uns vorab der morphologischen Potentialität widmen, die ein Sprachkontaktraum, wie der urbane Raum, darstellt. Einzel- und Gruppenarbeiten und Plenarsitzungen wechseln sich didaktisch sinnvoll ab. Wenn möglich wird als Kontrast zu Basel eine Exkursion in ein anders Sprachgrenzgebiet geplant, so bspw. nach Saarbrücken.

    Sprachkurse
    zu: Vorlesungen, Seminare und Übungen
    zurück zur Veranstaltungsliste
     

    Einführung und Lektüre: Mykenisches Griechisch

    Do 14-16, R. Wachter

    Seit der Entzifferung der Linearschrift B durch Michael Ventris vor 48 Jahren haben wir direkte griechische Sprachzeugnisse, die rund ein halbes Jahrtausend älter sind als die frühesten alphabetischen epigraphischen und literarischen Texte. Trotz der inhaltlichen Kargheit - es handelt sich v.a. um Inventar- und Abgabenlisten der Palastverwaltungen - wissen wir dank diesen Texten und ihrer akribischen Erforschung durch eine stattliche Anzahl von Mykenologen in aller Welt (darunter Sprachwissenschaftler, Historiker, Philologen, Archäologen) über die faszinierende Welt der spätminoischen bzw. -helladischen Palastkultur bedeutend mehr als vorher. Der Kurs bietet eine historisch-sprachwissenschaftliche Einführung in den mykenischen Dialekt, v.a. in seinem Verhältnis zum späteren Griechischen; im Vordergrund stehen aber die Lektüre der Täfelchen und die damit verbundenen, der speziellen Schrift "verdankten" Interpretationsprobleme. Grundkenntnisse in Altgriechisch sind empfohlen.

    Einführung und Lektüre: Altpersisch

    Do 16-18, R. Wachter

    Für die Entwicklung der kulturellen und politischen Vorreiterrolle Athens hatten die Perserkriege entscheidende Bedeutung. Vor allem Herodot berichtet uns ausführlich von dem Volk im Osten, das das Leben der bisher von grösseren Kriegen weitgehend verschonten Griechen so nachhaltig verändert hatte. Wir kennen aber die Taten der persischen Grosskönige nicht nur aus der Sicht der Griechen, sondern haben auch ausführliche Berichte der Perser selbst, nämlich ausführliche Rechenschaftsberichte und andere Texte v.a. von Dareius und Xerxes. Sie sind in einer altiranischen indogermanischen Sprache, dem sog. Altpersischen, abgefasst und in einer speziellen Keilschrift in Stein und Fels eingemeisselt. Die hier angekündigte Veranstaltung umfasst erstens eine auf der historisch-vergleichenden sprachwissenschaftlichen Methode aufbauende Einführung in die altpersische Sprache und zweitens die Lektüre wichtiger Textstücke. Zudem hat Herr Prof. Bruno Jacobs (Vorderorientalische Altertumswissenschaft) freundlicherweise zugesagt, einen Beitrag an unseren Kurs zu leisten; Genaueres dazu wird später bekanntgegeben.

    Arabisch IV

    Di. 8-10, M. Winet, Beginn 4. April

    Nachdem wir im Kurs Arabisch I-III die Grundlagen der Grammatik erarbeitet haben, wenden wir uns im vierten Semester Prosatexten in klassischem Arabisch zu. Wir übersetzen verschiedene Geschichten und werden dabei die bis jetzt gelernte Grammatik vertiefen und repetieren sowie einige Besonderheiten des klassischen Arabisch kennenlernen. Parallel dazu behandeln wir die uns noch fehlenden Lektionen aus dem Lehrbuch.

    Brünnow, Rudolf-Ernst, Fischer, August: Arabische Chrestomathie aus Prosaschriftstellern. Wiesbaden, Otto Harrassowitz 19887.
    Arabische Sprachlehre (Ernst Harder, neubearbeitet von Annemarie Schimmel). Heidelberg: Julius Groos Verlag, 199717.

    Übungen zu Arabisch IV: Lektüre moderner arabischer Texte

    Fr 10-11, E. Badeen, Beginn 7. April

    Es werden moderne arabische Texte gelesen. Diese sind teilweise vokalisiert. Ziel der Stunde ist: a) weiterer Aufbau des Vokabulars b) Vertiefung der grammatikalischen Kenntnisse c) Fragen über den Text auf Arabisch zu beantworten.

    Persisch II

    Mo 8-10, G. Schoeler, Beginn 3. April

    Das Neupersische ist eine indogermanische Sprache. Es unterscheidet sich als solche in seiner Struktur stark vom Arabischen, das zu den semitischen Sprachen zählt. Allerdings hat der Einfluss des Arabischen - von der islamischen Eroberung Irans im 7. Jh. an - bewirkt, dass die Perser die arabische Schrift übernahmen und dass zahlreiche arabische Fremdwörter ins Persische eingedrungen sind. Das Persische ist die zweitwichtigste Sprache des Islams; es hat eine reiche und grossartige Literatur hervorgebracht.

    Der Sprachkurs setzt den Einführungskurs des vergangenen Semesters fort. Wir gehen weiterhin nach dem Lehrbuch von H. Junker und B. Alavi vor, dessen Stoff wir in diesem Semester nach Möglichkeit abschliessend behandeln wollen. Damit beherrschen die Teilnehmenden die Grundzüge der persischen Sprache.

    Übungen zu Persisch II

    Mi 12-13, S. Sanati-Müller, Beginn 5. April

    Nach einer kurzen Wiederholung der Grammatik und den Lektionen aus dem Buch Alavi/Lorenz, Lehrbuch der persischen Sprache, werden ergänzend zu "Sprachkurs: Persisch II Grammatik" die erworbenen Kenntnisse der Studierenden durch Übungstexte aus dem Buch intensiv eingeübt.

    Sprachkurs Indonesisch

    Do 12-14, alle 14 Tage, E. Bernasconi, M. Schuster

    Dieser Sprachkurs wird von Frau Evi Bernasconi gegeben, selbst Indonesierin und in Basel ansässig, die schon in früheren Semestern im Ethnologischen Seminar Indonesisch mit Erfolg unterrichtet hat. Alles Nähere (Textunterlagen etc.) wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben bzw. vereinbart.

    Jiddisch I (Fortgeschrittene 1)

    Mo 12-13, A. Starck

    Einführung in die jiddische Sprache, Kultur und Literatur (II). Vorbesprechung: In der ersten Sitzung.

    Literatur:
    Schaechter, Mordkhe: Yidish II. Leauge for Yiddish. New York 1995

    Zusätzliche Literatur:
    Haumann, Heiko: Geschichte der Ostjuden. dtv 1998
    Baumgarten, Jean: Le yiddish. P.U.F. Que sais-je? 1993

    Die Bücher sind frühzeitig in der Jüdischen Buchhandlung Viktor Goldschmidt, Mostackerstr 17, zu bestellen.

    Jiddisch II: Frauensprache - Männertexte: Zur Rolle der Frau in der altjiddischen Literatur

    Mo 13-14, A. Starck

    In den auf Jiddisch verfassten und gedruckten Texten wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass sie sich an Frauen und an Männer, die wie Frauen seien. d. h. an Unwissende, wendeten. Für die altjiddischen Texte wurden auch besondere hebräische Typen verwendet, das sogenannte waybertaytsh. In diesem Kurs, der sich auf altjiddische, sowohl religiöse als auch volkstümliche Texte stützt, geht es darum, die Rolle und Stellung von Frau und Sprache am Anfang der frühen Neuzeit in Literatur und Gesellschaft zu erforschen und die Dichotomie zwischen Frauenwelt und Männerwelt zu untersuchen, was zu erstaunlichen Ergebnissen führt.

    Literatur:
    Eyn shön frauen-bükhlein. Konrad Waldkirch, Basel 1602.
    Eyn shön mayse-bukh. Konrad Waldkirch, Basel 1602.
    Moses Henochs Altschüler: Seyfer brant shpigl. Konrad Waldkirch, Basel 1602.


    10-Feb-2000 Pius ten Hacken